Haustiere: Erst geliebt, aber dann doch lästig

Während Lockdown adoptierte Tiere werden öfter wieder weggegeben. Tierhilfe Klosterneuburg warnt vor unüberlegter Anschaffung.

Claudia Wagner
Claudia Wagner Erstellt am 22. September 2021 | 05:22
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Wenn Tierheime überfüllt sind, springt die Tierhilfe Klosterneuburg in die Bresche: Fünf kleine Kätzchen werden derzeit betreut.
Foto: privat

Unterernährt und ohne Mutter, aber mit verpickten Augen hätten die fünf kleinen Fellknäuel wohl keine Chance zu überleben. Weil die Tierheime über der Donau an ihre Grenzen stoßen, springt die Tierhilfe Klosterneuburg in die Bresche. Obfrau Angelika Fuchs kümmert sich liebevoll und rund um die Uhr um die putzigen Kätzchen.

„Das ist nicht so wie bei Gewand, wenn dir gerade einschießt, dass du eine neue Jacke willst.“Angelika Fuchs zur oft leichtfertigen Anschaffung von Haustieren

Ein klassisches Tierheim mit Aufnahme und Vermittlung betreibt der Verein nicht, Findlinge werden nur privat betreut. Dennoch kennt Obfrau Fuchs die Probleme: „Die Anschaffung der Tiere wird leider zu leicht gesehen.“ Durch Corona spitzt sich die Situation zu: Aus Langeweile zuhause und zum Zeitvertreib werden vierbeinige Freunde angeschafft – mit der Rückkehr des normalen Alltags sind Hund, Katz und Co. dann aber doch lästig.

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„Es ist immer wieder das gleiche Thema. Es wird zu wenig überlegt, worauf man sich eigentlich einlässt – bei einem Hund reden wir von etwa 15 Jahren, bei einer Katze von 20 Jahren. Das ist nicht so wie bei Gewand, wenn dir gerade einschießt, dass du eine neue Jacke willst.“

Erst vergangene Woche habe eine Dame die Tierhilfe kontaktiert, um eins der Kätzchen zu adoptieren. Fuchs: „Sie hat angerufen und gesagt, sie will die Katze jetzt anschauen und auch sofort mitnehmen.“ Dazu kam es nicht: Mit fünf Wochen sind die Samtpfoten zu jung für ein neues Zuhause, außerdem kommen Schnellentschlüsse bei der Tierhilfe nicht infrage.

Was tun gegen die unüberlegte Tieranschaffung? Information. „Ich finde es gut, dass das Land vorhat, einen Hundeführerschein einzuführen“, lobt die Tierhilfe-Obfrau, „gerade bei Neulingen ist das sehr gut, bei der Anschaffung des zweiten Hundes ist es aber, denke ich, nicht mehr notwendig.“

Was ist noch wichtig: Bei der Adoption schon im Vorfeld recherchieren – Katzen müssen etwa kastriert werden, Hunde und Katzen dürfen nicht ohne Bewilligung gezüchtet werden. „Ich sehe auf Facebook oft Leute, die privat züchten, weil sie einmal Babys haben wollen. Die werden dann zu günstig und schlecht vermittelt, schließlich bleiben die Tierheime auf ihnen sitzen“, versteht Fuchs dieses Vorgehen nicht.

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