G’schichtln über die Klosterneuburger Geschichte. Bei einem geführtem Stadtspaziergang kann man unbekannte Seiten Klosterneuburgs näher kennenlernen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 29. August 2020 (06:14)

Wenn man in einer fremden Stadt zu Besuch ist, dann will man sich natürlich erst einmal einen ersten Eindruck über die Stadt und deren Geschichte verschaffen. Oft nimmt man dazu an einer geführten Tour teil.

Aber wer hat das schon in seiner eigenen Heimatstadt gemacht? Denn eigentlich kennt man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und grob auch die Geschichte der eigenen Stadt doch. Aber kennt man sie wirklich?

Spätestens wenn man bei einer Tour mit einem Fremdenführer teilgenommen hat, bemerkt man, wie viel einem bisher von der Geschichte der Heimatstadt verborgen war. Nun kann man eine solche Tour auch in Klosterneuburg machen. Bis Ende September finden die geführten Stadtspaziergänge zweimal pro Woche statt.

Vom Niedermarkt bis zum Stiftsplatz

Treffpunkt ist am Niedermarkt – einem Ort, den jeder Klosterneuburger und auch viele, die nicht in der Babenbergerstadt wohnen, kennen. Aber wer hat sich schon einmal richtig Zeit genommen, den Platz zu erkunden und auch zu hinterfragen, woher der Name des Platzes kommt und auf welche Besonderheiten man achten sollte? Wissen Sie, woher der „Schrannenhof“ zum Beispiel seinen Namen hat? Oder welches Handwerkszeichen die jetzige Buchhandlung ziert?

Wenn die Antwort „nein“ lautet, dann ist es höchste Zeit, sich mit den Guides auf Entdeckungstour zu begeben.

Zwei dieser zertifizierten Fremdenführer sind Barbara Specht-Godai und Hermann Friedsam. Die beiden erklären nicht nur geschichtliche Hintergründe, sondern erzählen mit viel Witz und Charme die eine oder andere Anekdote über die Babenbergerstadt.

Vom Niedermarkt führt die Tour über die Wasserzeile hinauf zum Martinsviertel – einem der ältesten Teile Klosterneuburg. Das Siedlungsgebiet hat seinen Ursprung in der Bronzezeit.

Ein paar Jahrhunderte später erlangte der Stadtplatz sein Aussehen, das er bis heute beibehalten hat. Allerdings nur beinahe. Denn ursprünglich war der Stadtplatz wirklich ein Platz. Die Straße Richtung Kierling wurde erst später hinzugefügt. Ein Bild, das man sich nur schwer vorstellen kann, wenn man gleichzeitig den Durchzugsverkehr an dieser neuralgischen Stelle sieht.

Am Stadtplatz steht auch eines der bekanntesten Denkmäler der Babenbergerstadt: die Pestsäule. Im Gegensatz zu den meisten Pestsäulen in Österreich wurde diese von den Klosterneuburger Bürgern im Jahr 1714 gestiftet. Als Dank, dass die Epidemie wieder aus der Stadt verschwand – ein Gefühl, das man nach etwa 300 Jahren in der Babenbergerstadt sicher auch gerne wieder spüren würde.

Einblicke auf dem zweiten Blick

In der Hofkirchnergasse beziehungsweise der Albrechtstraße gibt es dann die nächste Besonderheit zu entdecken. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Nummerierung der Häuser in der Albrechtstraße erst mit Hausnummer 25 beginnen? Spätestens wenn man das erste Mal darauf hingewiesen wird, fängt man zu überlegen an.

Die Antwort will ich hier nicht vorwegnehmen – sie ist Teil der spannenden Führungen, die noch bis Ende September jeweils donnerstags und sonntags stattfinden (siehe Infobox). Aber auch im nächsten Jahr ist geplant – voraussichtlich ab April –, diese Touren fortzusetzen. Anmelden kann man sich über das Stadtmarketing und Tourismus Büro Klosterneuburgs im Happyland, telefonisch oder per Mail.

Antworten auf unzählige Fragen.

Und nicht nur das Rätsel um die Hausnummern in der Albrechtstraße wird dabei aufgelöst.

Sondern auch zahlreiche andere faszinierende Fragen werden er- beziehungsweise geklärt: Warum wurde der Durchstich eigentlich gebaut und welchen Nutzen hatte er ursprünglich? Was machte Napoleon in der Babenbergerstadt? Was befand sich an der Stelle, an der jetzt die Babenbergerhalle steht? Oder wie sollte das Stift Klosterneuburg eigentlich einmal aussehen?