Ein Donau-Tunnel im Kleinformat. Alles andere als alltäglich ist das Bauvorhaben, mit dem die EVN an Klosterneuburg und Korneuburg herangetreten ist.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:01)
Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Stefan Szyszkowitz, Vorstandssprecher der EVN AG, und Christian Gepp (v.l.), Bürgermeister von Korneuburg, freuen sich gemeinsam auf den neuen Mikrotunnel, der die Versorgungssicherheit in Klosterneuburg und Korneuburg sicherstellen soll.
EVN/Matejschek

Mittels eines Tunnels unter der Donau sollen die Versorgungssysteme der beiden Stadtgemeinden miteinander verbunden werden. Für das Verlegen der unterschiedlichen Leitungen, also Trinkwasser, Naturwärme, Internet, Strom und Gas, investiert die EVN rund zehn Mio. Euro. Damit soll die Versorgungssicherheit in einer stark wachsenden Region zusätzlich verbessert und der Ausbau der nachhaltigen Energieversorgung weiter vorangetrieben werden.

Die beiden Schwesternstädte waren lange vereint und wurden erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts in „Neuburg klosterhalben“ (Klosterneuburg) und „Neuburg markthalben“ (Korneuburg) getrennt. Nun sollen die beiden Stadtgemeinden durch das zukunftsweisende Leitungs-Infrastrukturvorhaben wieder näher zusammenwachsen.

Versorgungssicherheit auf beiden Uferseiten

„Die weltweite Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die regionale Versorgungssicherheit zu erhöhen. Mit dieser neuen Verbindung erhalten wir eine zusätzliche Trinkwasserversorgung für den Notfall, und gleichzeitig erhöhen wir die Standortqualität durch eine bessere Versorgung mit Naturwärme und Breitband-Internet“, zeigt sich Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister von Klosterneuburg, begeistert.

Auch Christian Gepp, Bürgermeister von Korneuburg, sieht im Infrastrukturprojekt wichtige Entwicklungschancen für die Region: „Gerade in Krisen ist es sinnvoll, die Ressourcen zusammenzulegen und gemeinsam voranzugehen. Mit der Verbindung der Naturwärmeressourcen von Korneuburg und Klosterneuburg legen wir nicht nur den Grundstein für künftige Erfolge, wir sorgen auch dafür, dass dieser nachhaltig und klimaschonend ist.“

Geplanter Baubeginn ist im kommenden Mai

„Für uns ist das Projekt eine wichtige, langfristige Infrastrukturinvestition. Beide Gemeinden befinden sich in absoluten Wachstumsregionen. Da müssen wir rechtzeitig vorsorgen, um neuen Einwohnern und Unternehmen zukunftsfähige Infrastruktur garantieren zu können. Und im Jahre 2020 bedeutet das: sicher und nachhaltig!“, so Stefan Szyszkowitz, Vorstandssprecher der EVN AG. Der rund 450 Meter lange Tunnel mit einem Innen-Durchmesser von zwei Metern soll auf Klosterneuburger Seite am nördlichen Rand der Rollfährensiedlung beginnen und auf Korneuburger Seite in Tuttendörfl enden.

„Die weltweite Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die regionale Versorgungssicherheit zu erhöhen.“ Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager

Der Tunnel wird im Rohr-Vortriebverfahren mit einem Radius von 1.600 Meter gebohrt, das heißt, die Bohrung verläuft nicht gerade, sondern in „Bananenform“, mit einer Überdeckungshöhe bis zur Donausohle von etwa fünf Meter im Uferbereich und maximal elf Meter in der Donaumitte. Um die Transportwege zu minimieren, wird das Tunnel-Abraummaterial für die Errichtung eines Wildrettungshügels in der Klosterneuburger Au verwendet.

Das Projekt wird demnächst zum behördlichen Genehmigungsverfahren eingereicht.

Wenn alle behördlichen Genehmigungen vorliegen, kann – aus heutiger Sicht – frühestens im Mai nächsten Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werde. Die Bauarbeiten werden rund ein Jahr dauern.