Schwarzer Donnerstag in Klosterneuburg. Was sich am vorigen Donnerstag nach der Tagessperre der Umfahrung abspielte, ist kaum beschreibbar. Alle wichtigen Straßenknoten waren hoffnungslos verstopft.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. September 2016 (13:04)
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„Stell dir vor, es ist Stoßzeit, und die Umfahrung ist gesperrt!“ Seit vorigem Donnerstag muss man das nicht mehr, denn die Probe aufs Exempel wurde statuiert. Verkehrs-Chaos pur in Klosterneuburg zum Ärgernis tausender Autofahrer durch die Sperre der Umfahrung. Der Grund: Straßenbelagsarbeiten.

„Eigentlich müssten sich die, die dagegen waren, seit Donnerstag entschuldigen“, fordert Gemeinderat Peter Hofbauer, nachdem er selbst vorigen Donnerstag mitten im Stau steckte. Damals SPÖ-Vizebürgermeister, war Hofbauer für die Umfahrung.

Umfahrung wurde 2008 eröffnet

Auch Bürgermeister Gottfried Schuh hatte sich anfänglich (1987: „Die Umfahrungsstraße ist gestorben“) gegen das Projekt, Hofbauer und die SP-Fraktion schon 1984 für den Bau ausgesprochen. „Das Verkehrschaos vom Donnerstag hätten wir täglich, hätte man auf die PUK und auf Verkehrspapst Knoflacher gehört“, so Hofbauer.

Das stimmt: Sowohl Verkehrsexperte Hermann Knoflacher als auch die PUK, die damals als Initiative Plattform Unser Klosterneuburg gegen die Umfahrung gegründet wurde, waren vehement gegen die Umfahrung.

Trotz der zahlreichen Gegner wurde die 3,6 Kilometer lange Umfahrungsstraße 2008 eröffnet, und jetzt, acht Jahre später, ist eine verkehrstechnische Existenz Klosterneuburgs ohne Umfahrung nicht mehr vorstellbar, wie die Sperre am Donnerstag bewiesen hat.

„Obwohl das Verkehrsaufkommen überdurchschnittlich war, sind bei der Klosterneuburger Polizei keine Beschwerden eingelangt“, ist Chefinspektor Georg Wallner verwundert. Auch Unfälle blieben aus.