Warteschlange beim Bus verärgerte Impfwillige in Klosterneuburg

Am Donnerstag (11. November) machte der Impfbus für drei Stunden Halt vor der Babenbergerhalle. Die Folge: eine Warteschlange bis hinein in die Leopoldstraße.

Erstellt am 17. November 2021 | 05:52
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Wie sich die Bilder gleichen: Schon am 20. März 2021 standen sich bei klirrender Kälte die Impfwilligen die Füße in den Bauch. So geschehen auch am 11. November vor dem Impfbus.
Foto: privat

Jetzt ist es passiert: Österreich hat wieder einen Lockdown. Allerdings nur für Nichtgeimpfte. Wie man auch dazu stehen mag – diese Maßnahme ist der mangelnden Impfbereitschaft der Bevölkerung zuzuschreiben und zielt vor allem darauf ab, Impfzweiflern den entscheidenden Impuls zu vermitteln, sich doch gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

„Als drittgrößte Stadt in NÖ wäre es wohl nicht zuviel verlangt, eine eigene Impfstraße zu errichten und nicht einen Bus für drei Stunden vor die Babenbergerhalle zu zu stellen.“ Friedrich Ditye Klosterneuburger Bürger

Schon die Verordnung der 3G-Regel am Arbeitsplatz und 2G-Regel im öffentlichen Raum hat einen Impfboom ausgelöst. Die Impfbereitschaft hat sich dadurch vervierfacht. Niederschwellig soll er sein, der Zugang zur Corona-Impfung.

Um diesem Boom gerecht zu werden, macht in Klosterneuburg einmal im Monat ein Impfbus Station. Viel zu wenig für den Klosterneuburger Friedrich Ditye: „Als drittgrößte Stadt in Niederösterreich wäre es wohl nicht zuviel verlangt, eine eigene Impfstraße zu errichten und nicht einen Bus für drei Stunden vor die Babenbergerhalle zu stellen.“

Dabei steht der Klosterneuburger mit seiner Meinung nicht alleine da. Was die Klosterneuburger vor allem zornig macht, ist die Tatsache, dass beim letzten Impfbustermin am Donnerstag, 11. November hunderte Menschen im Freien stehen und warten mussten, damit sie im Impfbus, der vor der Halle stand, geimpft werden konnten.

Kritik richtet sich vor allem an den Bürgermeister

„Es scheint so, als hätte die Stadtgemeinde Klosterneuburg nichts aus dem 20. März 2021 gelernt, als sich hunderte Menschen zur Impfung in einer Kolonne anstellen mussten. Dies bei Kälte und eisigem Wind“, so die Kritik des Klosterneuburgers Ditye, stellvertretend für zahlreiche Bürger, die sich eine Impfstraße in der Babenbergerhalle gewünscht hätten. Da wäre Platz, und man hätte Zeit, im Warmen warten zu können.

„Es war und ist doch zu erwarten, dass gerade jetzt, wo die sechsmonatige Zeit nach der Zweitimpfung in der Halle abgelaufen ist, ein hoher Impfbedarf für die Drittimpfung gegeben ist“, argumentiert Ditye. Zugelassene Ärzte fände man kaum, und wenn, bekäme man Termine im Dezember bis Feber nächsten Jahres.

Die Kritik von Ditye richtet sich vor allem an Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. „Er als Bürgermeister beziehungsweise seine beratenden Teams hätten rechtzeitig erkennen müssen, dass es nun einen Ansturm von Impfwilligen geben wird.“

Gemeinde ist nicht zuständig

Schmuckenschlager sieht dies indes völlig anders: „Wir konnten die Nachricht nur an Notruf NÖ weiter leiten. Die Gemeinde ist weder für die Impfung im März noch diesmal zuständig. Wir versuchen zu unterstützen. Die Babenbergerhalle war für jene bereit gestellt, die nach der Impfung einen Warteraum benötigten. „Offensichtlich wollten viele ihre Impfung erst jetzt, als klar wurde, dass man zum Schnitzi-Essen mit der Tante nur mehr mit Impfung gehen kann“, so der Bürgermeister nichtganz ohne Sarkasmus.

Bürgermeister stellt sich vor Ärzteschaft

Die Warteschlangen wären leider in Mödling und Korneuburg schon zu sehen, daher würden auch wieder Impfzentralen aktiviert. In Klosterneuburg würden, wie schon zu Beginn der Impfung, sowohl die Ordinationen als auch die Impfstellen im Messezentrum Tulln oder Austria-Center Wien die Nachfrage rasch bedienen.

„Die Kritik an den niedergelassenen Ärzten ist so niveaulos wie der gesamte Kommentar und strikt zurückzuweisen“, so Schmuckenschlager weiter, denn seit Ausbruch der Pandemie arbeiteten die Ärzte Klosterneuburgs zum Wohle der Bevölkerung und hätten sich derartige unqualifizierte Bemerkungen nicht verdient.

Und Bürgermeister Schmuckenchlager abschließend: „Wir leben in einem der schönsten und wohlhabendsten Länder der Welt. Dennoch ist es kein All-Inclusive-Club, und jeder muss seinen Beitrag zur Beendigung dieser Pandemie leisten. Nicht nur unsere Ärzte.“

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