EVN-Vorschreibung: Kierlinger über hohe Teilbeträge empört

Erstellt am 10. August 2022 | 05:06
Lesezeit: 4 Min
Von 513 auf 1.432 Euro - EVN-Vorschreibung: Kierlinger über hohe Teilbeträge empört
Diese Zahlungsprognose machte einen Kierlinger EVN-Kunden unruhig.
Foto: privat
Von 513 auf 1.432 Euro. Diese Steigerung der Quartalsbeträge machte einen EVN-Kunden stutzig. EVN klärt auf.
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„Vonseiten der EVN, die rund 100.000 Haushalte und Betriebe in Niederösterreich mit Fernwärme versorgt, heißt es, dass keine Preissteigerungen, wie sie in der Höhe von 92 Prozent von der Wien Energie angekündigt werden, befürchtet werden müssen.“ Das war noch im Juni 2022 das Wording der EVN.

Nun ist es aber amtlich: Die EVN erhöht mit 1. September die Gas- und Strompreise. Für einen Klosterneuburger – der namentlich nicht genannt werden will – in einem Ausmaß, das er nicht akzeptieren kann. Er beklagt eine Preiserhöhung von 279 Prozent.

„Das sind 279 Prozent binnen eines Jahres.“ Der Kierlinger ist über seine Vorschreibung entsetzt

Alles wird teurer, vor allem die Energie. Ist der Treibstoffpreis gerade dabei, sich langsam zu beruhigen, und schon deutlich unter zwei Euro pro Liter zu sinken, so starten nun die Gas- und Stromerzeuger mit Preiserhöhungen. Sorgenvoll wird von der Bevölkerung der Herbst erwartet. Wenn die Wärme des Sommers in den Häusern mit Gas, Strom oder alternativen Heizmittel erzeugt werden muss, steigt die finanzielle Belastung.

Sorgenvoll blickte auch der Kierlinger auf seine von der EVN übermittelte Vorschreibung der in Zukunft zu bezahlende Teilbeträge für Fernwärme, zumal von der EVN angekündigt wurde, dass mit keiner empfindlich hohen Preissteigerung zu rechnen sei: „Vor einem Jahr noch zahlte ich pro Quartal 513 Euro, dann wurde auf 717 erhöht und ab Oktober sollen es 1.432 Euro sein. Das sind 279 Prozent binnen eines Jahres.“

Der Kierlinger wendet sich an die NÖN, den „dieses Problem betrifft ja sicher viele Klosterneuburger Fernwärmekunden.“ Eine Alternative zur Fernwärme hätte er in seinen Haushalten nur mit Holzöfen. Doch auch da sei der Preis innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen.

Biomassekessel mit Gas befeuert?

Dass die EVN bislang gerne die 20 Prozent-Grenze beim Einsatz fossiler Energie ausgenutzt hat – bei mehr sei die Fernwärme nicht öko-förderungswürdig – ist für den Kierlinger ökonomisch erklärbar: „Gas und Gaskessel waren billig. Weitaus ökologischer wäre aber der Einsatz von Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen und Speichertechnologien. Ich habe auch schon genossenschaftliche Heizwerke gesehen, die einfach zwei Biomassekessel hatten. Der kleine läuft zur Spitzenlastabdeckung und im Sommerbetrieb, der große in der kälteren Jahreszeit“, so der energiebewusste Kierlinger.

Die NÖN fragte bei EVN-Pressesprecher Stefan Zach nach und bat um Aufklärung. „Die These, dass wir in maximalem Ausmaß Gas einsetzen würden oder eingesetzt hätten, ist falsch. Jede Kilowattstunde, die wir aus Biomasse erzeugen, macht die Anlage wirtschaftlicher für uns, da Hackschnitzel günstiger als Erdgas sind“, erklärt Zach schlüssig.

Gutschrift am Ende der Abrechnungsperiode

Auch der Verbrauchspreis des Kunden sei mit 1. Juli 2022 lediglich um 25,9 Prozent angestiegen und nicht um 279 Prozent wie er vermutet. Zach, der sich genau über die Abrechnung des Kunden informiert hat, führt Folgendes als Begründung für die hohe Rechnung an:

Bei der Jahresabrechnung vom 23. März hatte der Kunde eine Nachzahlung, da aufgrund des Neueinzugs der Verbrauch unbekannt war und die Vorauszahlung zu niedrig berechnet wurde.

Die Neuberechnung der Abschlagszahlung ab 1. März berücksichtigt bereits den bis dato bekannten höheren Verbrauch.

Die Erhöhung der Abschlagszahlung am 15. Juli wurde von unserem System zu hoch berechnet, da eine Teilbetragszahlung nicht berücksichtigt wurde. Das hat systemtechnische Gründe, die in unserem Bereich liegen.

Aufgrund dieser Berechnungsvorgaben wurde der Jahresbetrag des Kunden um etwa 50 Prozent statt der geplanten rund 25 Prozent erhöht. (Der Verbrauchspreis steigt ab 1. Juli 2022 nur um 25,9 Prozent). Zach: „Unser Kunde hat selbstverständlich die Möglichkeit, seine Teilbeträge heruntersetzen zu lassen. Wenn nicht, wird er am Ende der Abrechnungsperiode mit hoher Wahrscheinlichkeit eine höhere Gutschrift erhalten. Er kann sich jederzeit gerne auch an mich wenden.“

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