Neuerliche Waldsperre sorgt für Empörung . Rund um Klosterneuburg stoßen die Waldsperren immer wieder auf Unverständnis und sorgen für beunruhigte Bürger.

Von Julia Schönberg. Erstellt am 01. Juni 2018 (05:52)
NOEN, Schönberg
Unverständnis und Ärger verursacht die neuerliche Sperre der Weidlingbach-Bachau bei den Bürgern.

Eine weitere Waldsperre, diesmal direkt am Weidlingbach und hinter der Brunnwiese sorgt bei der Bevölkerung für Aufregung. Seit dem 17. Mai kann die Weidlingbach-Bachau unterhalb des Gasthauses Rath Smetana bis hin zum Südtiroler Weg wegen des Baues eines Wildholzrechens, der bei starken Unwettern Fallholz sammelt, nicht betreten werden. Auch beim Wanderweg hinter der Brunnwiese wird stark gerodet. Die Verantwortlichkeiten liegen hier zum einen beim Stift Klosterneuburg und zum anderen bei der Stadtgemeinde.

Erste Aufschreie gegen die Schlägerungsarbeiten gab es in der Facebook-Gruppe „Forum Klosterneuburg“

In der Gruppe hatte Ingrid Rabl aus Weidling drei Fotos von dem gelichteten Auwäldchen gepostet und gefragt: „Wer will dort noch spazieren gehen?“. Die Reaktionen auf ihren Beitrag waren dem Thema entsprechend hoch. Viele der Kommentatoren waren entsetzt über die Art, wie mit dem Wald und den offensichtlich gesunden Bäumen umgegangen wird.

Auch Gemeinderat Florian Havel schaltete sich ein und schrieb von seiner Vermutung, über den Bau eines Retentionsbeckens, das aber anderenorts entstehen soll.
Direkt am Weidlingbach soll ein sogenannter „Geschiebeholzrechen“ entstehen. Dieser Bau wird aber ebenfalls das Leben einiger Baumriesen fordern.

Notwendige Schlägerungsarbeiten im Waldgebiet

Der Bereich, um den es in dem Facebook-Post von Ingrid Rabl ging, gehört dem Stifts Klosterneuburg. Der forstverantwortliche Stiftsmitarbeiter Hubertus Kimmel, erklärte, dass es sich bei den Rodungen um notwendige, großzügige Schlägerungsarbeiten handle, da es in diesem Bereich einen starken Befall des Pilzes „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ gäbe: „Es gibt dort eine hohe Wanderfrequenz und aktuell ist der Wanderweg gefährdet. Für den Wanderweg gibt es eine eineinhalb Baumlängen große Haftungsgrenze, deshalb fallen die Rodungen so großzügig aus“, so Kimmel. Er erklärte außerdem, „dass abseits der Wanderwege niemand haftet, sollte jemand durch einen umstürzenden Baum verletzt werden“, und warnt gleichzeitig vor solchen möglichen Unglücken.

Für den Naturschutzbund Klosterneuburg und der Leiterin Ilse Wrbka Fuchsig ist die Abholzung für den Bau eines Wildholzrechens laut ihrer Facebook Kommentare fragwürdig. Auch der Mangel an Information für die Bevölkerung löst weitere Empörung aus. So schreibt sie: „Wir haben Einsicht in die Planung des Wildholzrechens erhalten und auch diesbezüglich den Umweltanwalt kontaktiert.“