Parkplatzmisere: Die Tücke mit der Lücke. Ortsvorsteher Martin Trat sprach mit der NÖN über die anhaltende Diskussion ums Parken, Neubauten für junge Familien und das geplanten Car-Sharing im Ort.

Von Julia Schönberg. Erstellt am 29. August 2018 (04:17)
Ortsvorsteher Martin Trat wünscht sich auch in Zukunft ein friedliches Miteinander in seiner Katastralgemeinde und steht auch dafür ein.
NÖN-Archiv

Nachdem in der Katastralgemeinde von den Bürgern immer wieder Themen wie Parkplätze, Neubauten und der Verkehr kritisiert werden, meldet sich nun Ortsvorsteher Martin Trat zu Wort und spricht sich für ein friedliches Miteinander aus.

„Wir leben hier in einem schönen, grünen Ort. Um uns herum ist viel Natur und Ruhe, doch auch der Wohlstand ist sehr hoch und die Weidlinger leben einen gewissen Lebensstandard. Insbesondere auf die Autos und Parkplätze bezogen ist deutlich zu sehen, dass es pro Haushalt doch in der Regel mindestens zwei Fahrzeuge gibt“, meint Trat. Wenn diese, warum auch immer, nicht am eigenen Grundstück oder in der Garage abgestellt werden können, würden sie gerne auf den Straßen vor dem eigenen Haus geparkt werden. „Besonders die Feldergasse, Weidlingbachgasse und andere werden gerne zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt, sogar von Bürgern, die nicht in den Gassen wohnen“, weiß Trat.

„Gleiches Recht auf einen Parkplatz“

„Prinzipiell sollte für alle das gleiche Recht gelten, denn öffentliches Gut steht ausnahmslos allen Bürgern dieser Stadt zur Verfügung, doch einige Aussagen, die mir gegenüber bezüglich Neubauten, Zuzügen und Parkplatzmangel gemacht wurden, stoßen mir bitter auf“, so Trat weiter. „Da hörte ich zum Beispiel: ,Das Boot ist bereits voll!‘, oder ,Es sollten Boller in die Furt kommen, da sonst die neuen Bürger, die dann in der neuen Wohnhausanlage wohnen, mir meinen Parkplatz wegnehmen!‘. Trat findet solche Aussagen sehr bedenklich und egoistisch. Es zeige deutlich, dass hier nicht vor der eigenen, sondern nur vor der anderen Haustür gekehrt werde.

Wohin mit den vielen Autos?

Eine Möglichkeit wäre, Grünstreigen in Parkplätze umzuwandeln. Da befürchtet Trat aber einen Aufschrei in der Bevölkerung. Und: In der eigenen Gasse sollten andere natürlich nicht parken. „Die Autos werden immer mehr und auch immer größer. Wohin also mit den vielen Fahrzeugen?“, fragt sich Trat. Wenn aber die Unterbringung der eigenen Autos auf öffentlichem Gut die größte Zukunftssorge mancher Bürger wäre, dann würde die Zukunft für Weidling nicht rosig ausschauen: „Die Lebensqualität hängt nicht von dem Blech ab, das vor der Haustüre steht. Die Autos vor der Haustüre sind in manchen Punkten sogar der Lebensqualität abträglich.“

„Aktuell beobachte ich einen sehr hohen Egoismus in Weidling, was mir als Ortsvorsteher gar nicht gefällt“ Martin Trat, Ortsvorsteher von Weidling

Hier wären innovative Lösungen gefragt, um Mobilität zu sichern – auch ohne eigenes Auto. Viel Geld würde in den Ausbau von öffentlicher Verkehrsinfrastruktur und neuen Bussen gesteckt, der 15-Minutentakt auf der Bahnstrecke ist realisiert worden und ein Car-Sharing-Projekt in Klosterneuburg starte im Herbst. „Der neue Bau in der Feldergasse 4 wird, da auf Kosten der Genossenschaft die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden soll, auch ein Car-Sharing-Auto für Weidling ermöglichen“, weiß der Ortsvorsteher. Darüber hinaus seien gute Lösungsansätze von jedermann gefragt und nicht nur die Einstellung: Kein anderer darf hier wohnen, weil er könnte mir einen Parkplatz weg nehmen.

Hinsichtlich der neuen Wohnbauten, egal ob Mehrfamilien- oder Einfamilienhaus, sollte man – nach Trat – etwas zukunftsorientierter denken. „Auch die nächste Generation sollte im Stande sein, hier in Weidling wohnen zu können“, so Trat abschließend.

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