"Therapiehügel" wird zum Zankapfel in Klosterneuburg. Weißer Hof Klosterneuburg: Patienten fühlen sich von Wanderern gestört. Gesperrte Wege stören wiederum Spaziergänger.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:02)
NÖN

„Unlängst wollte ich wieder einmal von Kritzendorf über die Weißenhofer Straße Richtung Ölberg spazieren, so wie ich das schon seit Jahrzehnten mache. Und plötzlich stehen bei der Einmündung in das Areal überall Hinweisschilder, dass der Eintritt nur für Patienten und Betriebsangehörige genehmigt ist“, zeigt sich Christian Hassler negativ überrascht. Die NÖN ging der Sachen nach. Der Verwaltungsleiter des Weißen Hofs, Johann Walzer: „Uns geht es hauptsächlich um den sogenannten ‚Therapiehügel‘. Im Prinzip haben wir nichts gegen Spaziergänger.“

„Wollen friedliches Miteinander“

Das Betretungsverbot sei bei allen Einfahrten zu finden, und die Tafeln seien auch so gestellt, dass sich dieser Hinweis auch auf den Verbindungsweg zwischen Weissem Hof und Kritzendorf beziehe, so Hassler weiter. „Ich war überrascht, dass dieser Weg plötzlich gesperrt sein soll, da ja hier zumindest ein Servitut vorliegen müsste, nachdem der Hauptweg seit Jahrzehnten ein Verbindungsweg nach Klosterneuburg ist. Dass das Areal an sich, auf dem sich Patienten aufhalten, gesperrt ist, kann ja absolut nachvollzogen werden“, meint Spaziergänger Hassel.

„Den Patienten ist es unangenehm, wenn sie in ihrer misslichen Lage angegafft werden.“ Johann Walzer, Verwaltungsleiter am Weißen Hof

Und das ist auch das Hauptanliegen von Verwaltungsleiter Walzer: „Der Therapiehügel muss für Patienten frei bleiben. Sie dürfen nichtgestört werden, um den Therapieerfolg sicher zu stellen.“

Im Grunde handle es sich beim Areal des Weißen Hofes um Privatgelände, dass man einzäunen könnte. Walzer: „Das wollen wir aber nicht. Wir versuchen, die Wanderströme so zu lenken, dass keine Patienten gestört werden. Den Patienten ist es unangenehm, wenn sie in ihrer misslichen Lage angegafft werden.“

Zudem habe es schon weitaus unangenehmere Vorfälle gegeben. So habe – nach Walzer – sogar ein freilaufender Hund einen Patienten gebissen. Das Hauptanliegen des Verwalters ist das Meiden des Weges vom Parkplatz (Hubschrauberlandeplatz) den Therapiehügel hinunter zum Rollstuhlparcours bis zum Sportplatz. Auch das Biotop sei ein beliebtes Ziel von Wanderern und Spaziergänger. „Das ist aber als Ruhezone für unsere Patienten da“, so Walzer. Die Straße Richtung Klosterneuburg bliebe aber immer offen.

Wo man sich auch immer auf dem 125 Hektar großen Gelände des Weißen Hofs befände: Ein ganz besonderer Appell der Verwaltung gilt überall: „Bitte Hunde dem Gesetz entsprechend an die Leine und einen Maulkorb anlegen. Damit nicht wieder etwas passiert.“

Im Übrigen will die Verwaltung das Hinweistafelsystem optimieren: „Wir wollen ein friedliches Miteinander und jeden Irrtum ausschließen“, so Walzer.