Betten blieben in Klosterneuburg (meist) leer. Vor allem ausländische Gäste blieben in diesem Jahr fern. Nun sollen neue Strategien mehr Urlauber aus Österreich und Göppingen nach Klosterneuburg locken.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 30. September 2020 (04:31)
Tourismusstadtrat Christoph Kaufmann, Christoph Vielhaber, Geschäftsführer Wienerwald Tourismus, Tourismus-Obmann Michael Reichenauer- Kofler und Campingplatz-Geschäftsführer Fanz Libal (v.l.) möchten mit neuen Angeboten mehr Gäste nach Klosterneuburg bringen.
Heindl

Corona hat in den letzten Monaten alle Lebensbereiche betroffen. Arbeit, Schule und natürlich auch der Urlaub standen unter dem Einfluss des Virus. „Urlaub zu Hause“ war nicht nur bei vielen Österreichern in diesem Jahr angesagt, sondern auch in anderen Ländern. Unter den fehlenden Urlaubern aus dem Ausland haben die Klosterneuburger Tourismusbetriebe in diesem Jahr besonders gelitten. Mit neuen Konzepten will man nun neue heimische Märkte erschließen und wieder mehr Touristen in die Babenbergerstadt locken.

Eigentlich startete das Tourismus-Jahr in Klosterneuburg durchaus positiv. „Im Jänner und Februar hatten wir sogar ein Plus bei den Übernachtungen“, erklärte Michael Reichenauer-Kofler, Obmann des Vereins „Stadtmarketing & Tourismus Klosterneuburg“. Aber dann kam nicht nur der große Lockdown, sondern auch ein Totalausfall für den Tourismus in Klosterneuburg. Und auch nachdem die Corona-Maßnahmen wieder gelockert wurden, konnte der Tourismus diese Ausfälle nicht mehr aufholen. Reichenauer geht derzeit von einem Rückgang von über 71 Prozent aus. Diese Ausfälle haben nicht nur die Hotelerie und private Zimmervermieter gespürt, sondern auch der „Donaupark Camping Klosterneuburg“.

Neue Urlauber aus Österreich

Statt etwa 50.000 konnte Franz Libal, Geschäftsführer des Campingplatzes, in dieser Saison etwa 20.000 Nächtigungen auf dem Platz in Klosterneuburg verzeichnen. Vor allem Touristen aus den Niederlanden und Deutschland blieben in diesem Sommer massiv aus. Kamen im letzten Jahr noch etwa 18.000 Deutsche auf den Campingplatz, waren es in diesem Jahr nur mehr ein Drittel. Dafür blieb die Zahl der Österreicher, die in der Babenbergerstadt Urlaub machten, fast gleich.

Wandern, Wein und Kulinarik, Kultur

Damit noch mehr Österreicher Klosterneuburg als Feriendestination auswählen, setzen Campingplatzbetreiber Libal, Tourismusstadtrat Christoph Kaufmann, Tourismus-Obmann Michael Reichenauer-Kofler und Christoph Vielhaber, Geschäftsführer Wienerwald Tourismus, auf Investitionen und eine Menge neue Ideen. Auf dem Campingplatz werden etwa 200.000 Euro in neue Mobile Homes investiert. Außerdem soll es eine bessere Zusammenarbeit zwischen Campingplatz, Happyland und Strandbad geben. Dafür will sich auch Kaufmann verstärkt einsetzen. Außerdem hat er ein großes Ziel: „Von Ausflügen zu Übernachtungen zum Kurzurlaub.“ Das will Kaufmann mit neuen Angeboten vor allem in den Bereichen Kulinarik, Wein, Wandern und Kultur erreichen.

Im nächsten Jahr soll dazu auch verstärkt in Klosterneuburgs Partnerstadt Göppingen geworben werden.