Klosterneuburger Analysen zur geschlagenen Wien-Wahl. Was sagen die Klosterneuburger Parteien zum Ergebnis der Wahl in der Bundeshauptstadt? Die NÖN hat sie gefragt.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 14. Oktober 2020 (03:11)
Symbolbild
APA (dpa)

Wien bleibt fest in roter Hand. Grün und Pink konnten Stimmen dazugewinnen, den meisten Zuwachs hat aber die ÖVP zu verzeichnen. Überraschend ist jedoch der totale Absturz der FPÖ. Die Strache-Partei schafft den Einzug nicht.

Die Wahl in der Bundeshauptstadt ist geschlagen. Wie die NÖN berichtete, hat auch die Stadt Klosterneuburg als direkter Nachbar viele Berührungspunkte mit Wien. So hat man auch in der Babenbergerstadt das Ergebnis der Wien-Wahl mit Spannung erwartet. Was sagen nun die Klosterneuburger Politiker zum Wahlergebnis?

SP-Fraktionschef Karl Schmid freut sich über den Wien-Wahlsieg.
NOEN

Nach Meinung des Fraktionschefs der SPÖ, Karl Schmid , setzte die SPÖ Wien auf ein politisches Mitte-Programm. Arbeit, Bildung, Klima, Wohnen und Gesundheit waren die Schwerpunkte. Schmid: „In den Diskussionen hielt sich Ludwig meistens vornehm zurück und ließ die anderen streiten. Er betonte vor allem die abgeschlossenen Projekte der letzten Jahre. In Klosterneuburg sind wir mit ähnlicher Strategie leider gescheitert.“ Die Menschen würden aber zu denken beginnen und nicht mehr den populistischen Hetzern nachlaufen. Und Schmid abschließend: „Allein für den Sager, ‚Wer die Gemeindebauten errichtet, soll auch darin wohnen dürfen‘ gebührt Ludwig der Sieg.“

Für Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ist die ÖVP Wahlsieger.
NOEN

Für Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) ist die ÖVP klarer Wahlsieger. Er hofft auf eine Regierungsteilnahme in einer rot/schwarzen Koalition, denn „Corona rückt soziale Fragen wieder in den Mittelpunkt.“ Offensichtlich werde es aber auch immer schwieriger, absolute Mehrheiten zu holen. Für Schmuckenschlager ist der Siegeszug der Grünen, trotz leichter Zugewinne, gestoppt: „Nach Siegen in Innsbruck, Paris oder München bleiben sie in Wien hinter den Erwartungen. Mit jeder Woche mehr in der Bundesregierung wird sichtbarer, dass diese Partei auch nur mit Wasser kocht.“ Blau habe sich bei dieser Wahl marginalisiert. Einen Sondereffekt stelle das Antreten von Strache dar. Diese interne Auseinandersetzung habe viele Sympathisanten ins Lager der Nichtwähler getrieben. Schmuckenschlager: „Man darf diese Kräfte aber nie abschreiben. Sie waren schon oft Stehaufmanderl.“ Überraschend war für Schmuckenschlager das Ergebnis der NEOS. „Dank der Regierungsoption ist nun noch viel mehr möglich. Die NEOS dürfen jetzt nicht den Fehler der FDP in Deutschland machen und eventuell die Regierungsarbeit ablehnen“, so der Bürgermeister.

NEOS-Chef Clemens Ableidinger: „Spannende Koalitionsgespräche.“
NEOS

Auch Clemens Ableidinger, Chef der NEOS in Klosterneuburg, fände eine Zusammenarbeit mit der SPÖ spannend: „Die Wienerinnen und Wiener haben damit für bessere Kindergärten und Schulen, mehr Transparenz und Entlastung für die Betriebe gestimmt.“ Christoph Wiederkehr und sein Team hätten Großartiges geleistet. Sollte sich die SPÖ bei den Themen Transparenz, Entfilzung, Bildung und Wirtschaft bewegen, fände Ableidinger rot/pink ein spannendes Experiment. „Weil ich weiß, dass wir es dem roten Dino nicht so leicht machen wie die Grünen“, so Ableidinger.

Für die Grünen kommentiert Fraktionschef Sepp Wimmer die Wahl: „Ein schönes Ergebnis für die Grünen.“ Für Wimmer ist das Abschneiden der ÖVP auch nicht überraschend, Ludwig habe sich tapfer geschlagen und die FPÖ sich selbst zerstört. Wimmer: „Ludwig wird die Variante mit der ÖVP mehr prüfen als in der Vergangenheit. Aber ich hoffe, dass die rot/grüne Koalition weiterbestehen wird. Sie war ja auch, wenn man das Wahlergebnis betrachtet, ein Erfolgsrezept.“

FP-Fraktionschef Josef Pitschko: „Haben mit Niederlage gerechnet.“
NOEN

Kein Wehklagen beim Fraktionschef der FPÖ, Josef Pitschko : „Innerhalb der FPÖ wurde damit gerechnet, dass es bei dieser Wahl einen Denkzettel geben wird. Schließlich hat sich das ja in Klosterneuburg bei der Wahl auch ausgewirkt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich gerne in Klosterneuburg die sieben Prozent gehabt hätte. In 40 Jahren als FPÖ-Mitglied habe ich das Auf und Ab in der FPÖ mitbekommen. Wir kommen wieder, davon bin ich überzeugt“, ist Pitschko optimistisch.