Region Klosterneuburg: Die Gefahr lauert überall. Vor allem im Wienerwald und in der Au kommt es häufig zu Kollisionen zwischen Wildtieren und Fahrzeugen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (03:11)
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Im Schnitt kommt es alle sechs bis zehn Minuten zu einem Unfall mit Wildtieren in Österreich. Die meisten davon passieren in Niederösterreich. Auch in Klosterneuburg kommt es immer wieder zu Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Tieren. Zwar sind vor allem das Wienerwald-Gebiet in Weidling bis Scheiblingstein und die Au für die Vierbeiner gefährlich, kommt es auch immer wieder innerorts zu Unfällen, die für Mensch und Tier oft mit schlimmen Folgen enden können.

„Achtung Wildwechsel“ – Dieses Verkehrszeichen sieht man wieder verstärkt auf den Straßen im Gemeindegebiet von Klosterneuburg. Und das nicht ohne Grund. Alleine im Bezirk Tulln kam es in den letzten beiden Jahren zu zahlreichen Unfällen, die Wildtieren das Leben gekostet haben. So kam es 2018 und 2019 zu insgesamt 1.087 Unfällen mit Rehwild, 1.223 Unfällen mit Feldhasen und 331 Unfällen mit Fasanen. Aber nicht nur für die Tiere kann so ein Unfall schwerwiegende Folgen haben. Gerade Radfahrer und Motorradlenker tragen immer wieder Verletzungen von einer Kollision davon.

„Man muss unbedingt sofort stehen bleiben und die Polizei anrufen, sonst begeht man Fahrerflucht, und die Versicherung kann aussteigen.“ Georg Wallner, Chefinspektor Polizei Klosterneuburg

„Wenn man auf dem Radweg neben einem Kukuruzfeld unterwegs ist und ein Fuchs läuft raus: Diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen“, warnt Chefinspektor Georg Wallner vor einer Situation, die er in seinem beruflichen Alltag immer wieder erlebt.

Wie verhält man sich richtig?

Sollte ein Wildunfall nicht mehr zu vermeiden sein, muss man als Fahrzeuglenker einiges beachten, damit man nicht noch zusätzlich rechtliche Konsequenzen befürchten muss. „Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die Fahrzeuglenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern. Nach der Versorgung von verletzten Personen müssen Polizei und im Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder Unfall – also auch, wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, die die Bergung übernimmt. Das Tier darf keinesfalls mitgenommen werden. Das gilt für alle Wildtiere“, erklärt Michael Oberbichler, Pressesprecher des NÖ Jagdverbands. Auch Wallner weist darauf noch einmal hin: „Man muss unbedingt sofort stehen bleiben und die Polizei anrufen, sonst begeht man Fahrerflucht, und die Versicherung kann aussteigen.“

NOEN

Die Polizei muss auch verständigt werden, wenn das verletzte Tier wegläuft. „Meist haben die Tiere innere Verletzungen und verenden dann im Wald“, erklärt Wallner. Die Polizei verständigt dann den zuständigen Jäger, der sich um das verunfallte Tier kümmert.

Aber nicht nur im Fall, wenn man die Polizei nicht verständigt, kann es zu rechtlichen Konsequenzen beziehungsweise zu Problemen mit der Versicherung kommen. Auch wenn man das Verkehrszeichen „Wildwechsel“ nicht entsprechend beachtet, kann eine Versicherung aussteigen. Selbst wenn kein Warnschild aufgestellt ist, sollte man gerade jetzt besonders aufmerksam durch die Wälder in Klosterneuburg unterwegs sein.

Früh morgens und spät abends

Statistisch passieren die meisten Unfälle zwischen 5 und 7 Uhr in der Früh und 20 und 23 Uhr am Abend. Daher sollte man auch dann immer mit einem ungewollten Zusammentreffen von Mensch und Tier rechnen.

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