Klosterneuburg

Erstellt am 09. Januar 2017, 13:12

von Christoph Hornstein

Klosterneuburg: Gesalzene Probleme?. Schnee- und eisfreie Straßen bedeuten im Winter Sicherheit. Deswegen werden auf Klosterneuburgs Straßen 2.000 Tonnen Salz gestreut. Einige Bürger meinen: zu viel.

Die Klosterneuburgerin Romana Fertl schickte der NÖN dieses Bild. Das ist nicht Schnee, sondern Salz, das ihrer Meinung nach verschwenderisch verwendet wird.  |  privat

„Mir fällt im heurigen Winter besonders häufig auf, dass der Streudienst der Gemeinde die Salzstreuung übertrieben stark einsetzt“, meint die Klosterneuburgerin Romana Fertl. Selbst bei trockenem Wetter, also wenn es nicht regnet oder schneit, würde der Streuwagen fahren und Unmengen von Salz auf den Straßen hinterlassen. „Das ist weder zweckmäßig noch für die Umwelt und für Tiere zuträglich“, ist Fertl überzeugt. Sie fordert
eine Nachschulung der Streuwagenfahrer.

Die Beobachtungen von Romana Fertl decken sich mit weiteren Briefen, die in der NÖN-Redaktion eingegangen sind. Der Grundtenor: Es wird viel zu viel Salz gestreut. Die NÖN wollte wissen, nach welchen Kriterien Salz auf Klosterneuburgs Straßen aufgebracht wird, und sprach mit dem Leiter des Klosterneuburger Bauhofs, Dietmar Schuster.

„Das viele Salz ist weder zweckmäßig noch für die Umwelt und die Tiere zuträglich.“

Romana Fertl, Bürgerin Klosterneuburgs

Dietmar Schuster, Leiter des Klosterneuburger Bauhofs.  |  NOEN, NÖN

„Wir registrieren auch Bürger, die meinen, es werde zu wenig gestreut“, relativiert Schuster gleich zu Beginn des Gespräches die Meinung der NÖN-Leserbriefe. Vom Bauhof werden die Feuchtigkeit, die Außentemperatur und die Fahrbahntemperatur der Straßen gemessen. Dazu dienen Meßstationen. Gemeinsam mit dem Streckendienst wird dann entschieden, ob und wieviel Salz auf den Straßen aufgebracht wird. „Das entscheiden Fachleute“, so Schuster.

2.000 Tonnen Salz im Jahr

Wenn Straßen auftrocknen, bleibt das Salz natürlich über. Das sei aber immerhin noch besser, als Riesel zu streuen. „Damit haben wir komplett aufgehört, denn die Räumung im Frühjahr belastet die Luft mit dem Feinstaub enorm“, so der Leiter des Bauhofes, der versichert, dass in Klosterneuburg nicht präventiv Salz gestreut werde. In Wien sei das anders. Da werde Salz schon gestreut, wenn es Schnee oder Eis geben könnte.

Durchschnittlich verbraucht Klosterneuburg etwa 2.000 Tonnen Salz im Jahr. 300 Tonnen sind im Bauhof eingelagert. Verwendet wird das umweltverträglichere Sidesalz, das im Gegensatz zum herkömmlichen Streusalz feinkörniger und weniger staubig ist. „Sidesalz ist das bessere, aber auch das teurere Salz“, weiß Schuster. So gesehen glaubt der Bauhofleiter, in Sachen Salz alles richtig zu machen.