„Mir fällt ein
Stein vom Herzen“.
Interview / Gerda Eckl hat die Klosterneuburger Wirtschaft 17 Jahre lang mitbestimmt. Jetzt ist sie nur mehr gewöhnliches Mitglied.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 30. Juli 2014 (09:17)
NOEN, NÖN
Das Urgestein des Klosterneuburger Wirtschaftsvereins Gerda Eckl ist nicht mehr im Vorstand vertreten.

Wahrscheinlich ist es reiner Zufall, aber nach dem Krieg der zurückgetretenen Obfrau Christine Weber mit ihrer Stellvertreterin Gerda Eckl gibt es einen neuen Vorstand des Klosterneuburger Wirtschaftsvereins. Und der setzt sich ausschließlich aus Männern zusammen. An der Spitze: der Chef der Lebensmittelversuchsanstalt Michael Gartner. Für Gerda Eckl, die nach dem Rücktritt von Christine Weber den Verein interimistisch weitergeführt hatte, blieb keinen Platz im Vorstand. Sie gilt als Urgestein des Vereins.

NÖN: Warum findet man Sie im Vorstand nicht mehr, Frau Eckl?

Eckl: Es gab einen Wahlvorschlag, bei dem ich nicht eingebunden war. Jetzt gibt es ein neues Team, und das ist gut so. Dieser Neustart ist in meinem Sinne. Das sind alles jüngere Leute mit neuen, jungen Ideen. So findet ein Generationenwechsel im Wirtschaftsverein statt.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft im Verein vor?

Eckl: Ich war sechs Jahre lang Stellvertreterin und bin seit 17 Jahren im Verein tätig. Jetzt bin ich ganz gewöhnliches Mitglied.
 

"Das neue Team wird alles super machen"


Ist so ein Rückschritt nicht schwer zu verkraften?

Eckl: Ich bin sehr froh, dass diese Querelen endlich ein Ende haben. Das hat mich schon sehr belastet. Jetzt habe ich diese Verantwortung nicht mehr, und es fällt mir eigentlich ein Stein vom Herzen. Ich glaube, das neue Team wird alles super machen.

Was sagen Sie dazu, dass im Vorstand jetzt nur mehr Männer sitzen? Stört Sie das?

Eckl: Ich glaube, das mit den zwei Frauen hat sich nicht bewehrt (lacht). Der Vorteil an der jetzigen Situation ist der, dass Männer vielleicht weniger emotional sind. Sie gehen sachlicher an die Dinge heran. Das ist in der jetzigen Situation sicher nicht schlecht.

Man hat Ihnen seitens der zurückgetretenen Obfrau Christine Weber immer wieder vorgeworfen, Sie seien eine Sesselkleberin und würden Ihre Funktion mit allen Mitteln verteidigen. Stimmt das?

Eckl: Fehler, die man selbst hat, projiziert man gern auf Andere. Das bestätigt sich hier auch, und das finde ich schon lustig.
 

"Man wird wieder mehr miteinander reden"


Was ändert sich durch die neue Führung im Verein?

Eckl: Ich glaube, man wird wieder mehr miteinander reden und entscheiden. Ich habe anfänglich geglaubt, dass es mit Christine Weber auch so sein könnte. Das hat sich aber nicht bestätigt. Sie hatte immer einen sehr autoritären Führungsstil.

Der neue Obmann Michael Gartner gilt als SPÖ-nahe, der Wirtschaftsverein als traditionell ÖVP-lastig. Ist das ein Problem?

Eckl: Nein, das glaube ich nicht. Gartner ist gut überlegt und keiner Partei zugehörig. Die SPÖ-Nähe wird ihm nur angedichtet. Ich weiß, dass er aus einer ÖVP-nahen Familie kommt. Aber selbst wenn er in der Wahlzelle SPÖ wählt, ist das für mich kein Problem. Das Ziel ist, gemeinsam etwas für die Klosterneuburger Wirtschaft zu tun. Er ist ein toller Unternehmer, der weiß, wo der Schuh drückt. Er kennt die Wünsche der Wirtschaftstreibenden.
 

"Wünsche dem neuen Vorstand viel Erfolg"


Werden Sie das Stadtmagazin weiter betreuen?

Eckl: Ich würde es gern machen, aber das muss der Vorstand entscheiden. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Sind Sie froh, dass alles so ausgegangen ist?

Eckl: Mir ist wichtig, dass der Verein nach 39 Jahren weiter besteht, dass es eine gute Arbeit und einen guten Zusammenhalt gibt zum Wohle der Klosterneuburger Wirtschaft. Dazu wünsche ich dem neuen Vorstand viel Erfolg.