Neue Töne & noch mehr Wirbel wegen Weilguni-Gründen

Klosterneuburgs ÖVP will Anrainerwünsche berücksichtigen, für Grüne ist Projekt gestorben.

Christoph Hornstein
Christoph Hornstein Erstellt am 22. September 2021 | 04:52
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Mit Pop-up-Aktionen und Flashmobs, wie hier am Stadtplatz, machen die Anrainer Stimmung gegen das Weilguni-Bauprojekt.
Foto: privat

Für Wirbel sorgen die Anrainer der Weilguni-Gründe seit Wochen. Jetzt auch im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Flashmobs, Trommeln, Sprechgesängen und Plakaten machen die Projektgegner ihrem Unmut Luft. Und das lautstark, um auch die Politik zu erreichen.

Die Nachbarschaft – die 1.500 Unterschriften gegen den Bau gesammelt hat – sieht sich nach den Aktionen bestätigt: „Schön war, dass die Reaktionen aus der Bevölkerung sehr positiv waren, auch von Menschen, die nicht direkt von diesem Bauprojekt betroffen sind. Es scheint so, als hätten viele Menschen darauf gewartet, dass endlich jemand die Bauwut und die dadurch verursachten Klimafolgen aufzeigt“, bilanziert Mitinitiatorin Sabine Telsnig.

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Wirbel zwischen ÖVP und Grünen

Neben dem „Radau“ der Anrainer gibt es auch zwischen den Parteien mächtig Wirbel. Seitens der ÖVP heißt es: „Leider hat der Stadtrat der Grünen, Johannes Edtmayer, die übliche Diskussion im Ausschuss für Stadtplanung nicht zugelassen. Daher mussten zuerst im Stadtrat das Projekt und die Stellungnahmen zur Umwidmung besprochen werden, und es wurde entschieden, dass der Antrag nun weiter an den Gemeinderat geht.“

Die VP hoffe, dass dadurch „eine breite Debatte möglich ist und so die Schande der ,grünen‘ Diskussionsverweigerung ausgebessert wird. Aufgrund der bisherigen Entscheidungen gehen wir von einer breiten Zustimmung zum Projekt aus. Alles andere wäre eine Überraschung, da die Mandatare der Volkspartei im Juli vom zuständigen Stadtrat Edtmayer und seinem Vorgänger Wimmer von diesem Projekt überzeugt wurden.“

Ein Aber lässt sich die VP dennoch offen: „Allerdings wird die Volkspartei keine Zustimmung erteilen, wenn die Anrainerwünsche bezüglich weiterer Verkehrsmaßnahmen nicht berücksichtigt werden.“

Grünen-Stadtrat Sepp Wimmer kontert: „Die ÖVP hat auf die Linie der Grünen, dass man gegen die Bevölkerung keine Politik machen kann, eingeschwenkt.“ Da beim Planungsausschuss kein Verkehrskonzept vorlag, sei es selbstverständlich gewesen, den Punkt abzusetzen. Wimmer greift vor: „Man kann ja nicht ohne Grundlagen ein Projekt diskutieren.“

Nachdem die ÖVP nun beschlossen hätte, das Projekt nur mit einer von den Anrainern akzeptierten Verkehrslösung umzusetzen, „ist für mich das Projekt gestorben. Gratulation an die Bevölkerung. Ein voller Erfolg der Bürgerbeteiligung“, so Wimmer.

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