Bahnhof Unterkritzendorf: S40 wurde außer Takt gebracht. Durch die Ausweitung des 15-Minuten-Takts bleibt die S40 nur mehr alle 30 Minuten im Bahnhof Unterkritzendorf stehen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:01)
Gerald Burggraf

Seit der Umstellung des Fahrplanes im vergangenen Dezember kann man ab St. Andrä-Wördern im Viertelstundentakt nach Wien fahren. Somit bleiben auch Höflein – in den Stoßzeiten – vier Schnellbahnen von beziehungsweise nach Wien pro Stunde stehen. Allerdings hat diese Verbesserung für einige Zugfahrer einen Nachteil: Der Viertelstundentakt wurde durch diese Umstellung beim Bahnhof Unterkritzendorf gestrichen. Und auch beim Bahnhof Greifenstein-Altenberg brachte der neue Fahrplan keine Verbesserung. Hier heißt es weiterhin nur alle 30 Minuten „Zug fährt ab“.

Der Umstieg vom Auto auf die Bahn sollte durch den Viertelstundentakt noch attraktiver werden. Schon seit über drei Jahren profitieren die Pendler aus Klosterneuburg und Kritzendorf von den höheren Zug-Frequenzen in den Stoßzeiten. Durch die Umbauarbeiten, die mittlerweile am Bahnhof St. Andrä-Wördern abgeschlossen wurden, kann der 15-Minuten-Takt nun auch bis Höflein beziehungsweise St. Andrä-Wördern weitergeführt werden.

„Damit in Österreich der öffentliche Verkehr leistbar gestaltet und somit Mobilität für alle gewährleistet werden kann, gibt es das System der sogenannten ,gemeinwirtschaftlichen Leistungsbestellungen’. Die Nahverkehrsleistungen der ÖBB sind vertraglich mit der Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG) und dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) durch einen sogenannten mehrjährigen Verkehrsdienste-vertrag vereinbart“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif die Hintergründe um den Bestellprozess eines neuen Fahrplans.

Halbstundentakt in Unterkritzendorf

In den aktuellen Fahrplan, der seit Dezember 2020 in Kraft ist, hat vor allem die Inbetriebnahme des neuen Wendegleises in St. Andrä-Wördern eingewirkt. Durch die höhere Frequenz an Zügen während der Stoßzeiten musste allerdings nun der 15-Minuten-Takt, der bisher auch für den Bahnhof Unterkritzendorf galt, gestrichen werden.

„Aufgrund der hohen Verkehrsdichte auf diesem Streckenabschnitt ist es erforderlich, dass die S40-Züge zu einem bestimmten Zeitpunkt den Bahnhof St. Andrä-Wördern erreichen, sodass der unmittelbar folgende REX-Zug fahrplanmäßig die Strecke passieren kann. Zusätzliche Halte der Zwischenfahrer-S40 würden diese Fahrplantrassierung nicht möglich machen, sodass jene Haltestellen, für die ein adäquates Ersatzangebot in zeitnaher Lage besteht und die Einsteigerfrequenzen entsprechend gering sind, bedauerlicherweise entfallen müssen“, bedauert Seif, dass sich nun Zugfahrer, die am Bahnhof Unterkritzendorf ein- beziehungsweise aussteigen, wieder auf den Halbstundentakt einstellen müssen.

„Für Fahrgäste aus Unter Kritzendorf und Greifenstein-Altenberg besteht jedoch von Montag bis Freitag zu den Hauptverkehrszeiten morgens bis etwa 10 Uhr und nachmittags ab etwa 15 Uhr ein lückenloser Halbstundentakt und dazwischen sowie an Wochenenden ein regelmäßiger Stundentakt mit ca. 40 Verbindungen je Fahrtrichtung“, hofft Seif, dass die Kritzendorfer Fahrgäste wieder auf diese Züge umsteigen werden.