Hollander und "Morgengold": Streit nach Preiserhöhung. Seit mehr als drei Jahren liefert „Morgengold“ den Klosterneuburgern das Frühstück nach Hause. Mit dabei die Bäckerei Hollander. Nach Preiserhöhung gibt es nun heftigen Streit.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:18)
NOEN, Hornstein
Michael Hollander wehrt sich gegen Vorwürfe, seine Backwaren wären minderwertig.

Seit Dezember 2014 arbeiteten sie zusammen: die Bäckerei Hollander und der Frühstücksdienst „Morgengold“. Nun ist diese Geschäftsbeziehung ziemlich getrübt. Michael Hollander droht mit Klage.

Seit mehr als drei Jahren liefert das deutsche Unternehmen „Morgengold“ das Frühstück fast an das Bett vieler Klosterneuburger. Franchise-Partnerin Beate Klautzer kümmerte sich darum. Sie wählte für die Backwaren den renommierte Klosterneuburger Bäcker Michael Hollander. Jetzt ist das Verhältnis am Tiefpunkt. Grund dafür ist eine Preiserhöhung des Bäckers.

„Ich habe mich gewundert und auch mitgeteilt, dass ich keine schriftliche Kündigung bekommen habe.“ Beate Klautzer, Franchise- Partnerin „Morgengold“.

Vertraglich war vereinbart, dass der Frühstücksdienst alle Backwaren mit einem 50-prozentigen Rabatt auf den Ladenverkaufspreis beziehen kann. Für Michael Hollander war die Preiserhöhung nach drei Jahren notwendig: „Im November 2017 habe ich die Preiserhöhung angekündigt. Frau Klautzer hat gemeint, wir dürfen nicht teurer werden.“

Als Reaktion auf die Preiserhöhung soll „Morgengold“ die Zahlungen eingestellt haben. Fazit: Offene Rechnungen von rund 8.000 Euro. Hollander: „Ich habe dann die Lieferung eingestellt.“

Klage wegen neuem Lieferanten

Obwohl der Vertrag laut Hollander noch immer aufrecht sein soll, hätte sich Beate Klautzer einen anderen Bäcker aus Wien als neuen Geschäftspartner gefunden. Hollander: „Die Klage ist schon vorbereitet.“

Was den Bäcker Hollander aber auch empört, ist ein Brief von Klautzer an einen ihrer Kunden. Dort wird Hollanders Ware als minderwertig dargestellt. Er verwende für sein Gebäck Fertigbackmischungen, kaufe Fertigprodukte zu, zum Teil auch aus dem Ausland, und habe zum Einpacken einen Raum mit Baumist und Abfällen zur Verfügung gestellt.

„Drei Jahre habe ich exklusiv an den Frühstücksdienst meine Ware verkauft. Jetzt soll sie plötzlich minderwertig sein?“

Hollander: „Drei Jahre habe ich exklusiv an den Frühstücksdienst meine Ware verkauft. Jetzt soll sie plötzlich minderwertig sein?“ Er habe nie aus dem Ausland Fertigprodukte zugekauft, außer Gewürze. Mehl und Eier kämen aus Niederösterreich, die Butter aus Österreich. Fertigbackmischungen müsse man aus rechtlichen Gründen verwenden. Das wären aber – laut Hollabnder - nur zehn bis 15 Prozent seines Gesamtangebotes und in der Branche so üblich.

„Ich habe die Lieferung nur eingestellt, weil ich mein Geld nicht mehr bekommen habe. Aber das, was da passiert, ist ja Rufschädigung. Wer weiß, wie viele ‚Morgengold‘-Kunden so einen Brief bekommen haben“, ist Hollander außer sich und erbost.

„Diese Mail ging genau an eine Person“, versichert Beate Klautzer, konfrontiert mit den Vorwürfen Hollanders. Anfang Oktober hätte sie die Informationen über geänderte Preise bekommen, aber nur bei ihrer Ware.

„Bei Testkäufen konnte ich feststellen, dass die Ladenverkaufspreise sich nicht geändert haben“

„Bei Testkäufen konnte ich feststellen, dass die Ladenverkaufspreise sich nicht geändert haben“, beteuert Klautzer und legt der Redaktion zum Beweis Rechnungen vor. In einem Telefonat im November 2017 soll Hollander gesagt haben, dass Klautzer entweder die neuen Preise zu akzeptieren hätte, oder er stelle die Lieferung ein. Klautzer: „Ich wies ihn auf die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung laut Vertrag hin.“

Von zwei Mitarbeitern der Firma Hollander soll mitgeteilt worden sein, dass der Vertrag mit Ende Februar ausläuft. „Ich habe mich gewundert und auch mitgeteilt, dass ich keine schriftliche Kündigung bekommen habe“, so Beate Klautzer.

Die erste Rechnung mit falschen Preisen sei bewusst nicht gezahlt worden. Es kamen aber statt einer korrigierten Rechnung nur Mahnungen. Und Klautzer weiter: „Hollander hat dann ohne mich zu informieren die Lieferung ab 13. Jänner eingestellt, was für mich zu einem wirtschaftlichen Schaden geführt hat.“

Die Vorwürfe in ihrer eMail an einen ihrer Kunden hält Klautzer aufrecht: „Es werden sehr wohl Weckerl im gekühlten Zustand zugekauft, und es werden bei der Bäckerei Hollander Backmischungen verwendet, auch aus dem Ausland.“