Leiser Berge: Einer der ersten Naturparks

Erstellt am 20. Juni 2022 | 05:17
Lesezeit: 3 Min
Über ein halbes Jahrhundert besteht der Naturpark Leiser Berge bereits. Das Freizeitangebot in der Region wächst ständig weiter.
Werbung

Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft, Stopp der Zersiedelung, touristische Anreize und ein Ende des Buschbergs als Motocross-Gelände – das waren die Gründe, warum im Jahr 1970 der Naturpark Leiser Berge geschaffen wurde. Er zählt zu den ältesten in Niederösterreich und erstreckt sich über die Bezirke Korneuburg und Mistelbach.

Als Begründer des Naturparks und treibende Kraft gilt der gebürtige Mistelbacher Anton Gössinger. Er war Direktor der Knabenhauptschule in Mistelbach, Schriftleiter der „Weinviertler Nachrichten“ und 20 Jahre lang Obmann der Volkshochschule Mistelbach. Dem 1994 verstorbenen Gössinger wurde auf dem Buschberg ein Gedenkstein gesetzt.

6.000 Jahre Siedlungsgeschichte

Die weithin sichtbare Aussichtswarte auf dem 457 Meter hohen Oberleiserberg wurde zur Eröffnung 1970 errichtet. 23 Meter ist sie hoch, 89 Stufen führen zu einem Ausblick bis zu Karpaten, Rax und Schneeberg. Die Aussichtswarte beherbergt auch einen Schauraum mit archäologischen Funden. 6.000 Jahre Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zur Neuzeit sind ebenso zu sehen wie urzeitliche Befestigungsgräben und mittelalterliche Kirchengrundrisse.

Große Teile des Naturparks sind Teil des Europaschutzgebiets Weinviertler Klippenzone. So kann der verbuschende Halbtrockenrasen als Schafweide genutzt werden, nachdem er sich regeneriert hat. Die für die Region typischen Trocken- und Halbtrockenrasen sind auch der ideale Standort für Pflanzen, die Kalk lieben. So gedeiht die Kuhschelle mit ihren rosa bis violetten Blüten, die streng geschützt ist.

Mit der Gründung des Naturparks wurde auch ein Konzept für die fünf beteiligten Gemeinden entwickelt. Daraus erfolgte 1975 die Eröffnung des Wildparks Ernstbrunn, 1984 wurde der Bauernmarkt Simonsfeld eröffnet.

Der Wildpark Ernstbrunn soll Erholung für die ganze Familie bieten. Verschiedene Hirscharten und Mufflons, Gämsen und Steinböcke sind ebenso zu sehen wie Wildschweine. Einzigartig ist schließlich das Wolf Science Center, bei dem Wölfe aus der Nähe zu sehen sind. Im Schloss über dem Wildpark kann ein 60 Hektar großer Landschaftsgarten bewundert werden.

Der Naturpark ist zusammen mit Ernstbrunn eine Drehscheibe für eine Fülle an Aktivitäten. Von Mountainbike-Strecken über Heimatmuseen bis zu Nostalgiefahrten mit Bus und Bahn spannt sich das umfangreiche Angebot.

Werbung