Lkw-Verkehr steigt rapide

Bürgerinitiative aus Stockerau legt Zahlen vor. Es brauche Kontrollen und mehr Schutz.

Erstellt am 20. August 2021 | 05:18
Lesezeit: 2 Min
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Ein Lkw ist so laut wie zehn Pkw – das belegt eine Studie. Vor allem in den früher Morgenstunden macht den Stocke rauern daher der Lärm zu schaffen. Josef Lehner
Foto: privat/

„Es ist, als hätte es Corona nie gegeben“, zieht die A22-Bürgerinitiative „Tunnel und Grüner Übergang“ eine nüchterne Bilanz. Der Lkw-Verkehr auf der Autobahn steige und steige – in den letzten fünf Jahren um über 15 Prozent, wie die Verkehrsstatistik der Asfinag zeigt. Mittlerweile sei er über dem Niveau, das vor der Corona-Pandemie erreicht wurde.

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Für die Initiative umso mehr Grund, die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Asfinag für den A22-Ausbau auf sechs Spuren und deren Berechnungsgrundlage infrage zu stellen. Derzeit liegt das Projekt auf Eis; der Verwaltungsgerichtshof entscheidet, ob für den Ausbau eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sein wird oder nicht ( die NÖN berichtete ).

An Werktagen 6.500 Lkw

„Brummende Lkw sind ein Zeichen für eine gute Wirtschaftslage, für die A22-Anrainer ist der Lärm jedoch eine unerträgliche Belastung“, so der Sprecher der Initiative, Josef Lehner. Denn der Lärm, den ein Lkw verursacht, entspricht laut der Schweizer Forschungsinstitution EMPA bei gleicher Geschwindigkeit jenem von zehn Pkw.

„Heute werden bei Stockerau an Werktagen 6.500 Lkw gezählt“, legt er die Asfinag-Zahlen vor. Der geplante Lückenschluss des Regionenrings (S1 Lobautunnel) und der Ausbau der S8 Richtung Bratislava ließen einen neuerlichen Anstieg erwarten. „Bei der Fortsetzung dieses Trends ist mit einer Verdoppelung der Lkw in zirka 20 Jahren zu rechnen“, führt Lehner vor Augen.

Nachtruhe endet für Anrainer früh

Doch auch, wenn die Lkw-Zahlen am Tag weit höher liegen, ist die Situation in den frühen Morgenstunden besonders belastend. „Der Verkehr steigt zwischen 5 und 6 Uhr so stark an, dass es mit der Nachtruhe vorbei ist. Meine Frau braucht keinen Wecker“, kann Initiativen-Mitglied Wolfgang Rieger aus Erfahrung sagen. Abgesehen von dem sprunghaften Verkehrsanstieg werde auch deutlich zu schnell gefahren, vor allem von Lkw-Lenkern. „Der wirtschaftliche Druck, schneller voranzukommen, steht im krassen Gegensatz zu der Lebenqualität und dem Gesundheitsbedürfnis der Bewohner. Es gibt genug Studien, die zeigen, wie schädlich eine dauerhafte Lärmbelastung für den Menschen ist“, so Lehner.

Eigentlich gilt für Lkw in den Nachtstunden Tempo 60, Messungen zeigen laut der Initiative jedoch, dass man davon weit entfernt ist. „Hier ist der Gesetzgeber gefordert“, findet Rieger. Mit einer Section Control auf der A22 ließe sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung durchsetzen, was unterm Strich allen Beteiligten nützen würde. „Weniger Lärm, weniger Schadstoffe, weniger Treibstoffverbrauch“, zählt Rieger die Vorteile auf.