Erstellt am 28. August 2012, 00:00

Archäologie spielt mit. ZWISCHENBILANZ / Großmugl muss bei der Bewerbung um das UNESCO-Kulturerbe-Zertifikat auch „Mugl“ ins Spiel bringen.

VON DIETER RATHAUSCHER

GROSSMUGL / Anlässlich der Sternenwanderung sprach die NÖN mit Dr. Günther Wuchterl, Astronom der Kuffner Sternwarte in Wien, über die Bemühungen von Großmugl, den Sternenhimmel in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen. Wuchterl ist der wissenschaftliche Advokat dieser Bemühung. „Ich war vor Kurzem in Neuseeland, wo wir uns mit den Experten getroffen haben, die für das Gutachten zuständig sind. Wir haben uns Anregungen geholt, wie wir unsere Bewerbung verbessern können, und das ist sehr gut gelaufen“, so der Astronom.

„Archäologische Aspekt  ist ein bestimmender Faktor“

 

Und er sagt weiter: „Bei diesen Gesprächen ist herausgekommen, dass der archäologische Aspekt unbedingt berücksichtigt werden soll, ja dass er sogar der bestimmende Faktor für eine erfolgreiche Bewerbung sein könnte.“ Der unversehrte Grabhügel, die Kreisgrabenanlagen und da-rüber ein Sternenhimmel, wie er auch schon in der Jungsteinzeit vorhanden war, bilden sozusagen eine archäologische Landschaft, die schützenswert wäre. Die Authentizität spielt eine große Rolle, z.B, dass „Der Mugl“ nicht angestrahlt wird, sondern sozusagen noch immer im Licht seiner Entstehungszeit zu sehen ist, und dass der Grabhügel nicht geöffnet wurde. „Das haben Sie noch genauso wie damals, entweder im Mondlicht oder im Sternenlicht. Die Pyramiden in Gizeh können Sie heute nicht mehr in ihrem natürlichen Licht sehen“, führt Wuchterl den Unterschied vor Augen.

„Das Kunstlicht muss  reduziert werden“

 

Natürlich gibt es auch um Großmugl Kunstlicht, aktuell scheint die Straßenbeleuchtung der Hauptstraße bis zum Mugl herauf, das muss sicher adaptiert werden, mit Leuchten, die ihr Licht nur nach unten auf die Straße werfen. „Die UNESCO schützt immer eine von Menschen geschaffene Umgebung, wichtig ist die Erhaltung eines schützenswerten Zustandes. Dieser archäologische Kontext ist für uns ein ganz neuer Aspekt und wir werden das sicher in unsere Bewerbung einbauen“, betont Wuchterl.

Für die UNESCO sind Astronomie und Sternenhimmel neue Themen, ein entsprechendes Regelwerk muss erst von den Experten geschaffen werden.

Jedenfalls wurden jetzt von den Experten der „Internationalen Astronomischen Union“ fünf Orte weltweit für diese neuen Themen ausgewählt, drei davon sind Beispiele für professionelle Astronomie und zwei sind dafür gedacht, die Alltagsastronomie zu bewahren. Und Großmugl ist einer dieser beiden Kandidaten. Das ist schon einmal ein toller Erfolg.

Allerdings kann es noch viele Jahre dauern, bis dieser Prozess zu einem Ergebnis führt.