Ein Baum pro Bürger in Korneuburg. Das Eschensterben machte eine Überschlägerung in der Au notwendig. 11.500 neue Bäume wurden bereits wieder gesetzt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Januar 2021 (03:54)
Lokalaugenschein: die Stadträte Alfred Zimmermann und Hubert Holzer, die Gemeinderäte Hubert Keyl und Karin Schuster-Zwischenberger, Stadträtin Elisabeth Kerschbaum und Bürgermeister Christian Gepp.
privat

Das „kleine weiße Stängelbecherchen“, ein einfacher Pilz, brachte bereits vor fünf Jahren die ersten prächtigen Eschen zu Fall, und es sollten noch viele folgen. Über Monate mussten ganze Teile der Au gesperrt werden. Zu groß war die Gefahr, die von den umstürzenden Bäumen ausging. Das stetige Voranschreiten des Eschensterbens machte eine Überschlägerung sowohl wirtschaftlich, als auch zum Schutz der Erholungssuchenden in der Au unumgänglich.

Natürlich mussten die gerodeten Flächen wieder aufgeforstet werden. Das ambitionierte Ziel: Gemäß Gemeinderatsbeschluss sollte für jeden Bürger ein Baum nachgepflanzt werden. Im Kampf gegen den Klimawandel gilt die Aufforstung als die effektivste Maßnahme, und die Stadt wollte hier einen wichtigen Beitrag in die richtige Richtung leisten. Schließlich haben gepflanzte Bäume das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. Nun ist die Freude in der Stadtgemeinde groß, denn mit derzeit rund 11.500 neu gepflanzten Bäumen wurde bereits für nahezu jeden mit Hauptwohnsitz gemeldeten Korneuburger ein Baum gepflanzt.

Welche Baumarten wo eingesetzt werden, gibt das Bestockungsziel vor, das für jede Fläche festgelegt wird. Ziel ist ein guter Baumartenmix aus standorttypischen Sorten, das stärkt das Ökosystem Wald. Sobald die etwa 20 Zentimeter großen Setzlinge bzw. die rund drei Meter großen Jungbäume eingepflanzt sind, müssen sie vor Wildverbiss geschützt und die umliegende Begleitvegetation regelmäßig entfernt werden, denn diese kann den jungen Pflanzen Licht und Nährstoffe entziehen und sie in ihrem Wachstum beeinträchtigen.

Bis die Jungbäume eine bestimmte Größe erreicht haben und damit vor Verbiss und Schälschäden durch Wild geschützt sind, kann es je nach Baumsorte und Standort zwischen fünf und 20 Jahre dauern.