Aufregung um „Blödes Schwein“-Posting. ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser kommentierte SPÖ-Post mit „Blödes Schwein“. Ein Irrtum, wie sie auf NÖN-Anfrage erklärt. Die SPÖ fordert indes Konsequenzen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 30. Oktober 2019 (19:51)
Veronika Löwenstein/flickr

Auch SPÖ-Gemeinderat Martin Peterl kommentierte den Wechsel von Sabine Tröger von der ÖVP zu den NEOS (die NÖN berichtete) auf Facebook: „Mit großer Macht kommt große Verantwortung, der die ÖVP aber aktuell möglicherweise nicht gerecht wird ...“, spielte er auf Trögers Vorwürfe an, dass die ÖVP Entscheidungen gegen die Stadt treffen würde.

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Dazu postete er ein Foto, dass eine Gruppe von Männern zeigt, die sich köstlich amüsieren. Der Titel des Bildes: „ÖVP Korneuburg: Und dann haben wir ihnen gesagt, dass wir Entscheidungen NUR für Korneuburg treffen.“

Peterls Posting war noch nicht lange online, da erfolgte bereits ein Kommentar von ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser: „Blödes Schwein“. Der Kommentar wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht.

Peterl: „Kommentar ist ein Rücktrittsgrund“

„Ich bin nicht wehleidig und ducke mich nicht bei einem politischen Schlagabtausch, aber das ist unter der Gürtellinie“, fühlt sich Peterl angegriffen. Für ihn ist klar: Dieses Posting ist einer hohen Repräsentantin der Stadt nicht würdig. „Wenn man einen politischen Gegner so wüst beschimpft, dann ist das ein Rücktrittsgrund“, fordert er Konsequenzen.

Auf NÖN-Anfrage erklärt Fuchs-Moser: „Dieses Posting war nichts anderes als ein Irrtum! Es ging dabei um eine private Geschichte und war nicht für Facebook bestimmt.“ Sie habe gerade mehrere Kommunikationskanäle parallel genutzt und hätte gar nicht vorgehabt, auf Peterls Posting zu reagieren. „Ich halte mich mit politischen Statements auf Facebook sehr zurück. Und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich emotional bin, aber so etwas würde ich niemals posten!“ Für sie ist daher klar: Ein Rücktritt als Vizebürgermeisterin kommt nicht infrage.

Damit möchte sich die Landes-SPÖ jedoch nicht zufrieden geben und fordert VPNÖ zum Handeln auf: "Wenn persönliche Beleidigungen in dieser Dimension Schule machen und toleriert werden, ist künftigen Diffamierungen Tür und Tor geöffnet. Ist das die politische Vorbildfunktion, die die ÖVP immer so gern predigt? Damit sollte die ÖVP NÖ aufräumen, wenn ihr der Schein des ‚Miteinanders‘ noch irgendetwas wert ist", so SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar.