Aufregung um Zubau beim Schweinestall

Erstellt am 16. November 2010 | 00:00
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Foto: NOEN
UNTERSCHRIFTENLISTE / Anrainer protestieren gegen die geplante Erweiterung eines bereits bestehenden Stalls in Karnabrunn.
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Neben dem bestehenden Stall soll eine zweite Einheit dazu gebaut werden. Ein Einspruch und eine Unterschriftenaktion beschäftigen die Gemeinde Großrußbach.CHRISTELLI
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KARNABRUNN / Der geplante Bau eines zusätzlichen Schweinestalls neben einer bereits bestehenden Schweineproduktionsstätte auf einer Anhöhe südwestlich der Ortschaft sorgt für Unruhe. Besonders im Ortsteil Obenaus unterhalb der Wallfahrtskirche haben sich die Bewohner zusammengeschlossen und mit einer Unterschriftenaktion gegen den geplanten Schweinestall protestiert. Ihre größte Befürchtung ist die Geruchsbelästigung. Etwa 150 Personen - rund die Hälfte der Wahlberechtigten des Orts - haben eine Petition unterschrieben und der Gemeinde Großrußbach überreicht.

Stall-Gegner fürchten um  Image des Wallfahrtsorts

Der Schweinemäster, der bereits rund 2.200 Schweine in seinen Ställen hat, verhalte sich auch nicht ortsfreundlich, wenn er die Gülle auf die Äcker rund um den Ort ausbringe und erst einige Tage später einackere, wie ein Karnabrunner bemerkt, der aber nicht unterschrieben hat. Die Initiatoren des Protests gegen den Bau des weiteren Schweinestalls fürchten um den Wallfahrtsort Karnabrunn, der als Erholungsort mit frischer Luft im Speckgürtel von Wien im Internet angepriesen wird, und eine schleichende Entwertung ihrer teuer gekauften Grundstücke.

Die NÖN sprach mit Bürgermeister Johann Müller, der von der „Bürgerinitiative“ angegriffen wird: „Die erste Bauverhandlung war bereits. Wegen eines Einspruchs einer Anrainerin per Rechtsanwalt ist das Projekt derzeit gestoppt und wird in weitere Instanzen gehen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist nicht notwendig, aber der Einspruch wird behandelt und man wird weitersehen“, hat Bürgermeister Johann Müller gesetzeskonform gehandelt.

Die NÖN sprach auch mit dem Bauern und Schweinezüchter, der namentlich nicht genannt werden will. Der Betreiber will keine Stellungnahme abgeben, er weiß aber, dass er für den Zubau eines weiteren Stalls zum bestehenden Stall rund 500 Meter außerhalb des Orts einen positiven Baubescheid der Gemeinde in Händen hat. Durch den Einspruch wird die Gemeinde in zweiter Instanz verhandeln müssen und so ist nur eine Verzögerung des Baus zu erwarten.

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