Zwei Gault&Millau-Hauben für das Bründl. Bewertung für Lokal in Oberrohrbach (Gemeinde Leobendorf) trotz Pandemie – Knobl-Kritik an geschlossenen Lokalen.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 25. Dezember 2020 (05:35)
Mit zwei verdienten Hauben lässt es sich für Gerhard Knobl und seinen Chefkoch Norbert Steiner natürlich leicht lachen.
privat

Auch heuer hat das Goldene Bründl wieder zwei Hauben von Gault&Millau bekommen, sogar mit einem Punkt mehr als im vergangenen Jahr. Die Tester schwärmten diesmal wieder von den Kreationen des Kochs Norbert Steiner.

Besonders gelobt wurden der Melonen-Marillensalat mit Schafskäse, ein kross gebratenes Zanderfilet mit Erdäpfel-Schwammerl-Gröstl und karamellisierter Lavendel-Kokos-Milchreis. „Ich freue mich, wenn man dafür belohnt wird, dass man das ganze Jahr über bemüht ist, Qualität zu bieten“, so Lokalchef Gerhard Knobl.

Dies sei im heurigen Jahr besonders von Bedeutung und umso erfreulicher, weil der Betrieb wegen der Covid-19-Bestimmungen fast fünf Monate geschlossen war. Erst am vorletzten Wochenende wurde mit einem Abholservice begonnen, „damit wir nicht das Arbeiten verlernen“.

„Ich freue mich, wenn man dafür belohnt wird, dass man das ganze Jahr über bemüht ist, Qualität zu bieten“ Gerhard Knobl, Bezirkssprecher Gastwirte, Oberrohrbach

Wie seine Branchenkollegen hatte Knobl als Bezirksvertrauensmann der Wirte gehofft, dass nach dem harten Lockdown zumindest die Speiselokale öffnen dürfen. „Das Wenigste ist in der Gastro passiert. Abstände werden eingehalten und die Hygienestandards sind hoch“, erklärt er. Sein Wunsch, dass die Branche endlich wieder aufsperren darf, wird jedoch frühestens Mitte Jänner in Erfüllung gehen.

Die Öffnung wäre jedoch nicht nur für die Wirte und deren Personal wichtig, sondern auch für viele Zulieferer, die zum Teil erhebliche Verluste erleiden. „Vom Weinbauern bis zum Fleischer leiden viele Branchen unter den geschlossenen Restaurants“, erinnert Knobl gegenüber der NÖN.

Mit einem guten Abholservice könne sich ein Wirt zumindest einige Zeit über Wasser halten, „dies geht aber auch nur, wenn alles auf Schiene ist, man Besitzer des Lokals ist und keine Kredite abbezahlt werden müssen“, so Knobl. Wenn aber diese Zahlungen nur gestundet sind, werde sich erst zeigen, wann welche Beträge fällig gestellt werden. Wer offene Kredite hat, sei allerdings auch gezwungen, weiterzumachen. Den Betrieb einzumotten und erst dann wieder zu starten, wenn Corona ausgestanden ist, ist laut Knobl der falsche Weg. Er hat wie viele andere Wirte die Zeit genutzt und Renovierungen durchgeführt.