Badeteich soll bis zum Sommer sauber sein. Korneuburg, Bisamberg | Badeteich Bisamberg wird mit gereinigtem Wasser gespeist. Anrainer wurden von den Maßnahmen überrascht.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 15. Januar 2014 (12:40)
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Vergangenen Donnerstag wurden Rohre verlegt. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten die Anrainern aber nicht, zu welchem Zweck. Foto: Löwenstein
Von Veronika Löwenstein

Seit Herbst steht fest, dass auch der Badeteich Bisamberg nicht von den Pestiziden im Grundwasser verschont geblieben ist. 0,15 µg/l Clopyralid wurden damals gemessen, „der Wert liegt geringfügig über dem Grenzwert“, wie Sanierungsexperte Werner Wruss ausführt.

Große Aufregung beim Anrücken der Bagger

Seit letzter Woche laufen Maßnahmen, um den Badeteich bis zur Sommersaison pestizidfrei zu bekommen. Informiert wurden die Anrainer darüber aber nicht.
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Rund 60 Anrainer verbringen auch den Winter in der Siedlung am Badeteich. Als letzte Woche plötzlich die Bagger anrückten und Künetten aushoben, war die Aufregung groß. „Als Eigentümer hat man ein Recht auf Information, aber niemand hat gewusst, was oder warum etwas passiert“, schildert eine Anrainerin.

Tatsache ist, dass die Rohre verlegt wurden, um gereinigtes Wasser vom Hot Spot 2 in den Badeteich zu pumpen. „Dadurch steigt der Wasserspiegel um ein bis drei Zentimeter und verdrängt Wasser aus dem Badeteich“, erläutert Wruss das Prozedere.

Gartensiedlung-Obmann beruhigt: Keine Überschwemmungsgefahr

Das überlaufende Wasser versickere und würde durch bestehende Reinigungsanlagen erfasst. Parallel dazu werden Messstellen eingerichtet, um die Reinigungsaktion ständig überwachen zu können. Bezahlt werden die Maßnahmen vom Verursacher, der Firma Kwizda.

„Wir wollen damit die Badesaison sicherstellen, da ja sonst auch ein Wertverlust droht“, sagt der Obmann des Vereins Gartensiedlung Badeteich Bisamberg Wolfgang Gump, mit dem die BH die Vorgangsweise akkordiert hat. Angst vor Überschwemmungen brauche man bei der zugeleiteten Menge nicht haben, beruhigt er.

Dennoch ist Feuer am Dach, eine Anrainerin droht aufgrund der Nicht-Information mit rechtlichen Schritten, weil sie sich in ihren Eigentumsrechten verletzt fühlt. „Offiziell wissen wir nichts von der Verunreinigung, es steht ja nicht einmal auf der Homepage“, kritisiert sie.

Bezirkshauptmann gibt Info-Verzögerungen zu

Sie überlegt jetzt rechtliche Schritte und eine Besitzstörungsklage, schließlich müssten doch alle Miteigentümer zustimmen, denn: „Jeder Miteigentümer besitzt zigstel-Anteile. Eine Zuordnung der einzelnen Parzellen zu einzelnen Personen ist im Grundbuch nicht enthalten. Und als Eigentümer hat man doch das Recht auf Information.“ Vom Obmann fühle man sich nicht vertreten, „es sind ja auch nicht alle Vereinsmitglieder.“

Bezirkshauptmann Waltraud Müllner-Toifl versteht die Aufregung nicht, „schließlich geht es doch darum, die Wasserqualität zu verbessern.“ Dennoch gibt sie zu, dass sich die Anrainer-Information aufgrund der Weihnachtsfeiertage verzögert hatte und die Bauarbeiten aufgrund der günstigen Witterung früher starten konnten.

Grüne Kerschbaum hegt Zweifel an Sinnhaftigkeit

Einer Klage siegt die Bezirkschefin aber gelassen entgegen. „Man kann die Arbeiten in diesem Fall nicht verhindern, weil sie behördlich angeordnet sind“, erklärt Müllner-Toifl, „da gibt es eine Duldungsverpflichtung.“ Das Wasserrecht liege nämlich beim Verein, betont sie, der sei auch Ansprechpartner für die Behörde.

Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum macht sich über die Sinnhaftigkeit der Maßnahme Gedanken. „In erster Linie ist das doch eine Verdünnung. Die Frage ist halt, in welcher Konzentration kommt’s von oben nach? Und wäre es nicht sinnvoller, den Zufluss zu reinigen?“