Auf 2021 ruhen nun alle Hoffnungen. Bezirk Korneuburg: Schauspieler und Musiker hoffen auf Festspiele, coronabedingte Verzögerungen bei Bauvorhaben sollen heuer nachgeholt werden.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 06. Januar 2021 (03:42)
Auch die beiden Esel Emil und Pauli werden heuer ihre Heimat im neuen Assisi-Hof in Stockerau finden.
ÖTV

Covid-19 hat auch Auswirkungen auf das gerade erst begonnene Jahr, denn manche Event-Ankündigungen für 2020 finden sich im Kalender für 2021 wieder. Besonders deutlich ist das bei den Kulturveranstaltungen.

Die Stockerauer Festspiele wurden 2020 abgesagt, heuer gibt es den nächsten Anlauf. Auf dem Programm steht „Ein Floh im Ohr“, eine Gesellschaftskomödie von Georges Feydeau, die man schon vergangenes Jahr aufführen wollte, so Festspielintendant Christian Spatzek. Schließlich sind die Kostüme fertig und das Bühnenbild ist vorbereitet. Die Proben sollten etwa Ende März beginnen, um sattelfest zu sein. Zuvor gibt es aber das Problem, die Künstler für ein Plakatfoto gemeinsam vor die Kamera zu bringen, „gleich nach dem Lockdown versuchen wir es“, erklärt Spatzek. Die endgültige Deadline für die Entscheidung, ob gespielt werden kann, ist im April. „Die Hoffnung steigt, wir lassen uns die Spiellust nicht verderben“, beschreibt er die Einstellung des Ensembles. Wird es nichts mit dem „Floh im Ohr“, soll es als Ersatzprogramm zumindest eine „Hermann-Leopoldi-Revue“ vor dem Belvedereschlössl geben, „die Rückkehr zum Ursprung, zur Pawlatschen“, so Spatzek.

„Die Hoffnung steigt, wir lassen uns die Spiellust nicht verderben.“ Christian Spatzek, Festspielintendant, Stockerau

Beim Musiksommer in Korneuburg will man ebenso auf das geplante Programm des vergangenen Jahres zurückgreifen, erklärt Kultur-Stadtrat Andreas Minnich. Somit kommt auch der frühere Intendant Fritz Stein zu Ehren, der sich nach 15 Jahren zurückgezogen hatte. „Das kommende Programm trägt noch irgendwie seine Handschrift“, so Minnich.

Auf der Zielgeraden befindet sich die Errichtung des Assisi-Hofs in Stockerau. Nachdem der frühere Streichelzoo-Besitzer das Areal verlassen musste, wurde der Österreichische Tierschutzverein aktiv. Die Bauarbeiten starteten schon im Frühling 2019, die Fertigstellung war für 2020 geplant. „Corona hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Vereinssprecherin Isabella Herdega. Das Vereinshaus und die Scheune für Geräte und Futter wurden aber bereits fertiggestellt. He erdega hofft, dass der Betrieb im Frühjahr 2021 aufgenommen werden kann. Nicht nur die 53 Tiere des einstigen Hofs werden dann ein neues Zuhause bekommen, das Gelände dient auch als Auffang- und Pflegestation für notleidende Haus- und Wildtiere. Sollte es rechtlich möglich sein, könnte der Assisi-Hof im Spätsommer auch für Besucher geöffnet werden, hofft Herdega.

Putzige, rund 20 Zentimeter große Tiere könnten hingegen den geplanten Baustart für eine neue Volksschule in Hagenbrunn verzögern. Eine Zieselpopulation hat sich ausgerechnet auf einer Wiese breitgemacht, die für die Arbeiten benötigt wird. Diese Tiere stehen auf der Liste der geschützten Arten. ÖVP-Bürgermeister Michael Oberschil ist zuversichtlich, dass im Jahr 2021 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Die Fertigstellung ist für Schulbeginn 2023 geplant. Derzeit besuchen 95 Kinder in fünf Klassen die Hagenbrunner Volksschule, der Neubau soll Platz für bis zu acht Klassen bieten. Nun muss die Gemeinde das Überleben der Ziesel sicherstellen.

Ernst wird es mittlerweile beim Bau der Umfahrung Harmannsdorf und Tresdorf. Die Grundeinlösen und Enteignungsverfahren sind nahezu abgeschlossen. Rund 16 Jahre, nachdem die Umfahrung gefordert wurde und der damalige Landeshauptmann Erwin Pröll auch die Umsetzung versprach, arbeiten Bagger am Nordteil der künftigen Straße an einem Rückhaltebecken. Heuer soll endgültig die Ausschreibung erfolgen, Baustart wird aber wohl erst 2022 sein.

Unsicher ist hingegen, ob es im kommenden Jahr erste Arbeiten zum dreispurigen Ausbau der A22 bei Stockerau geben wird. Für die Stadt und die Initiative „Tunnel und Grüner Übergang“ steht außer Frage, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist. „Die Asfinag hingegen geht weiterhin davon aus, dass kein UVP-Verfahren erforderlich sein wird, die Letztentscheidung liegt jedoch noch nicht vor“, erklärt Unternehmenssprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Ein möglicher Baubeginn heuer ist allerdings auch von Behördenverfahren zum Wasserrecht, Naturschutz und Forstrecht sowie allfälligen Verfahren bei den Verwaltungsgerichten abhängig. Unverändert ist die Höhe der Lärmschutzwände, die errichtet werden sollen. Bis zu 13 Meter sollen sie etwa im Bereich der Anschlussstelle Stockerau Mitte in den Himmel ragen.

„Die Asfinag hingegen geht weiterhin davon aus, dass kein UVP-Verfahren erforderlich sein wird, die Letztentscheidung liegt jedoch noch nicht vor“

Fix ist hingegen, dass in Korneuburg mit dem Neubau des Pflegeheims am Areal des Landesjugendheims begonnen wird. Ursprünglich hätte ein Generationencampus entstehen sollen, das Projekt wurde aber ad acta gelegt. Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) bestätigt nun den Baustart im heurigen Jahr, spätestens Anfang 2024 soll das Betreuungszentrum mit 144 Betten dann in Betrieb gehen.

In manchen Gemeinden sind die Budgetzahlen wegen der Corona-Auswirkungen in den roten Bereich gerutscht. Hier soll heuer das zweite Gemeindepaket helfen, hofft ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Minnich. „Das erste Paket war noch zweckgebunden zur Förderung von Projekten. Nun können die Mittel ohne Zweckbindung direkt dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden“, so Minnich. Das soll die Leistungen der Gemeinden sicherstellen und somit der Wirtschaft helfen.

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