Bäder-Bilanz: Wetter-Prognosen als Spielverderber. Badegäste lassen sich allzu oft von schlechten Wetter- Vorhersagen abschrecken, klagen Bäder-Chefs.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 01. August 2018 (04:00)
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Bürgermeister Günther Trettenhahn aus Bisamberg und sein Korneuburger Amtskollege Christian Gepp testen gemeinsam mit Christoph Peissig und Kindern den neuen Hüpfpolster in Berndl-Bad.

Hoffnungsvoll blickt Günter Lehner, Leiter des Erholungszentrums Stockerau, dieser Tage auf das Thermometer. Die prognostizierte Hitzewelle könnte die Bilanz der Freibadsaison noch retten. Denn trotz eines warmen Frühjahrs spricht Lehner heuer von massiven Einbußen. „Gefühlsmäßig liegen wir 25 bis 30 Prozent hinter einem Durchschnittsjahr“, schätzt er.

„Ich verzweifle noch nicht, am 15. September wissen wir, wie die Saison gelaufen ist“, ist Gemeinderat Peter König, zuständig für die Langenzersdorfer Seeschlacht, noch zuversichtlich, auch wenn der Juni durchwachsen gewesen und auch der Juli nicht so richtig auf Touren gekommen sei. Mit einem Phänomen haben Bäder und Naturbadeteich gleichermaßen zu kämpfen: Wird Regen prognostiziert, bleiben die Besucher zu Hause. „Auch wenn es dann 30 Grad hat“, sagt König.

Webcam informiert über das Wetter

Im Korneuburger Berndl-Bad begegnet man diesem Trend seit letztem Jahr mit einer Webcam, auf der die Gäste sich in Echtzeit ein Bild vom Wetter machen können. „Unter der Woche haben wir täglich im Schnitt 120 Zugriffe“, spricht Geschäftsführer Christoph Peissig von einem vollen Erfolg, „am Wochenende sind es noch mehr.“

Bis zu 4.000 Badegäste zählt das Stockerauer Freibad an Spitzentagen. „Das haben wir heuer noch nicht einmal annähernd erreicht“, weiß Lehner. In die Seeschlacht pilgern an Rekordtagen sogar bis zu 5.000 Wasserhungrige, im Berndl-Bad ist man mit rund 4.000 Gästen maximal ausgelastet. „Solche Spitzenwerte erreicht man nur, wenn es eine ganze Woche heiß ist“, weiß Peissig aus Erfahrung. Sechs bis sieben Prozent läge man derzeit hinter einem Durchschnittsjahr, schätzt der Berndl-Bad-Geschäftsführer. „Unser Vorteil ist, dass wir immer schon sehr früh, nämlich am Ostermontag, aufsperren“, beschreibt er. Und heuer gab’s schon im April Sommerwetter.

Warum das warme Frühjahr die Bilanz nicht in die Höhe hat schnellen lassen, erklärt der Stockerauer Bad-Chef: „Die Nächte waren kalt, damit waren auch die Wassertemperaturen kühlen und die Leute waren vorsichtiger.“ Auch der ständige Wind wäre nicht hilfreich gewesen, „weil es nach dem Baden dann draußen kälter ist.“ Und beim richtigen Freibadsaison-Start Mitte Juni spielte das Wetter nicht richtig mit. Die verlängerten Wochenenden luden nicht immer zum Sprung ins kühle Nass ein.

Eine mehrtägige Kälteperiode macht auch der Seeschlacht besuchermäßig zu schaffen. „Dann braucht der Naturbadeteich ein bisschen, bis er sich erwärmt“, so König. Die kühleren Wetterphasen haben aber nicht nur Schattenseiten, wie er betont: „Durch die Abkühlung haben wir heuer super sauberes Wasser.“

Kinderspielplatz alleine reicht heutzutage nicht

Dass Wasser alleine heute nicht mehr reicht, weiß der Berndl-Bad-Chef nur allzu gut. Vor allem das Angebot für Kinder muss stimmen. Ein Spielplatz alleine ist da zu wenig. Als neue Attraktion hat man deshalb einen 100 Quadratmeter großen Hüpfpolster installiert, der eine Ergänzung zum Rutschen und Schwimmen darstellt. In Langenzersdorf ist die Sandbucht vor allem bei den Kleinsten ein Riesenhit.

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