Blasmusik in NÖ: Musiker trotzen der Pandemie

Erstellt am 16. Februar 2022 | 04:37
Lesezeit: 4 Min
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Über Musiker-Nachwuchs trotz der zwei Corona-Jahre kann sich die Feuerwehrmusik Enzersfeld freuen.
Foto: FF Musik
Corona hat die Blasmusik eingebremst. Wenige Auftritte und erschwerte Proben waren die Folge. Aber: Junge kommen nach und die Hoffnung auf mehr Auftritte heuer lebt.
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Bei der Stadtmusik Korneuburg ist Adolf Vasicek zugleich Obmann und Kapellmeister. Nach aktuell drei Wochen Pause aus Sicherheitsgründen freut er sich schon auf die ersten Proben. Fast alle Musiker werden daran teilnehmen, nur sehr vereinzelt könnte es sein, dass noch nicht mitgespielt wird. „Dabei erfüllen wir alle Vorgaben übergenau“, so Vasicek. Alle Musiker sind geimpft und müssen einen gültigen Test vorweisen. Pausen und Getränke sind gestrichen, untereinander wird viel Abstand gehalten.

Trotz der jüngsten Probenpause sieht Vasicek keine großen Qualitätsprobleme: „Es wird nur drei, vier Wochen dauern, bis wir unser altes Niveau erreicht haben.“ Dann allerdings wären auch Auftritte gut, Anfragen von Veranstaltern gab es aber noch nicht. „Die Unsicherheit ist halt noch groß“, vermutet Vasicek. Deshalb könnte die Stadtmusik aktiv werden und in einigen Wochen ein Platzkonzert vor dem Rathaus spielen.

Nachwuchssorgen sind dafür kein großes Problem. Allerdings könne es bei dem noch recht kleinen Ensemble vorkommen, dass sich die gesuchten Instrumente nicht immer mit interessierten Musikschülern decken, erklärt Vasicek.

Altersspektrum reicht von zwölf bis 80 Jahre

„Es darf wieder intensiver geprobt werden“, freut sich der Obmann der Feuerwehrmusik Enzersfeld, Josef Pfundner. Derzeit arbeitet man am Frühlingskonzert, das Ende März stattfinden soll. Besonders glücklich ist Pfundner, dass das Ensemble in den vergangenen zwei Jahren gewachsen ist, „das Interesse ist da, wir haben einen Zulauf von Jungen“. 35 Mitglieder zählt die Feuerwehrmusik, das Altersspektrum reicht von zwölf bis 80 Jahre.

In der Musikschule ist bei den Jugendlichen die Übertrittsprüfung als Bedingung für die Kapellen das Ziel, „darauf freuen sich alle“, sagt Pfundner. Dabei gibt es kein „Modeinstrument“. Die Beliebtheit der Blasmusik konnte man beim Neujahrsblasen feststellen, das nach zwei Jahren wieder stattfand. „Du hattest das Gefühl, dass sich die Menschen gefreut haben, dass es uns wieder gibt“, erzählt Pfundner.

„Aber gratis können wir auf Dauer nicht spielen“

Mit neuen Ideen hat sich die Musikkapelle Ernstbrunn in der Corona-Zeit geholfen: Öffentliche Proben wurden in den Gärten von Wirtshäusern abgehalten. „Wir hatten Publikum und die Gäste haben sich gefreut“, erzählt Obmann Günter Breitseher. Dieses Konzept würde man gerne beibehalten, „aber gratis können wir auf Dauer nicht spielen“. Zweimal wurde auch am Hauptplatz in Ernstbrunn musiziert, im September und vor Weihnachten. Abmeldungen hat es noch keine gegeben, der Zulauf hält sich allerdings auch in Grenzen. „Die Blasmusik steht in der Region nicht hoch im Kurs“, erklärt Breitseher.

In Großmugl denkt man in den nächsten Wochen weniger an Konzerte als an die neue Bleibe, das alte Feuerwehrhaus. „Da gibt es natürlich viele Eigenleistungen“, sagt Blasmusik-Obmann Leopold Mitterhauser. Der erste geplante Auftritt sollte Anfang Juni stattfinden, dann wird das neue FF-Haus eingeweiht. Erfreut ist Mitterhauser über den Nachwuchs, der trotz Pandemie recht stark ist. So gibt es zwei Nachwuchskapellmeister und sechs Jungmusiker, die im Herbst bereits mitmusizierten. Die proben- und auftrittsarme Zeit wurde genutzt, um die Bekleidung der Musi-ker auszubessern oder zu ersetzen.

Vier Kapellen gibt es im Einzugsgebiet der Musikschule Weinviertel Mitte, sagt Leiter Erich Steinkogler. Weil der Weg dorthin lang und schwer ist, hat er in jeder Gemeinde Bläserensembles eingerichtet.

Corona hat das Interesse am Lernen nicht gebremst, „da kommt was nach, das brauchbar ist“, lobt Steinkogler die Schüler. Der Zulauf ist konstant; die Kosten können aber ein Hindernis sein, so muss man z. B. für eine Klarinette mit mindestens 1.300 Euro rechnen. Deshalb wurden Leihins trumente angeschafft.

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