Breitband: „Ausbau ist dringend notwendig“. Corona hat gezeigt: Der Bedarf nach schnellem Internet ist groß.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 19. August 2020 (03:44)
Die Arbeiter der Firma Ha-Bau rund um Polier Günter Weitschachergruben die Künette für Kabel, Strom, Wasser und Gas in der Ernstbrunner E-Werk-Gasse.
Christelli

Etwas über zehn Millionen Euro investiert der Bund in den Breitbandausbau im Bezirk. Im Auftrag des Landes ist die nöGIG in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden für den Ausbau zuständig. Der Betrieb des Netzes erfolgt durch neutrale Netzbetreiber, die Infrastruktur bleibt in öffentlicher Hand.

Zusätzlich verlegen auch private Betreiber wie A1 oder Kabelplus Glasfaserkabel. Der Unterschied: Bei der nöGIG  werden Glasfaserkabel bis zur Grundstücksgrenze verlegt, bei anderen Betreibern nur zu „Schaltkästen“, von diesen geht es per Kupferkabel zu den Haushalten.

Rund vier Millionen Euro stehen für den Gasfaserausbau in Sierndorf bereit. „Wir sind noch am Unterschriften sammeln“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Gottfried Muck. Denn erst müssen 40 Prozent der Bevölkerung zustimmen, dass sie einen Breitbandanschluss wollen. Der Wert wurde in Sierndorf noch nicht erreicht, die Frist wurde bis Ende September verlängert.

„Der Ausbau ist sicher nötig, die Bürger brauchen und wollen eine gute Versorgung“, so Muck. Derzeit sei in Katastralgemeinden wie Oberhautzental und Senning das Funknetz zum Teil besser das Festnetz. „Zur Hochzeit von Corona, in der Karwoche etwa, ging das Netz in die Knie“, erklärt Muck.

„Wir sind dabei“, freut sich der Stetteldorfer ÖVP-Bürgermeister Josef Germ. Die Unterschriften sind gesammelt, die geforderten 40 Prozent wurden problemlos erreicht. „Der Ausbau ist sehr dringend notwendig “, so Germ. Durch Homeoffice sei man an die Kapazitätsgrenzen gestoßen, „der Wunsch nach einem Breitbandausbau hat sich durch Corona verdoppelt.“ Von Stetteldorf aus sollen auch die beiden Katastralgemeinden von Hausleiten, Gaisruck und Pettendorf versorgt werden.

Im Zuge einer Besprechung vor wenigen Tagen wurde Germ und seinem Hausleitner ÖVP-Amtskollegen Josef Anzböck versichert, dass das Projekt in Begutachtung sei. Man hoffe, dass im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden kann. Germ und Anzböck versuchen aber zu beruhigen: „Durch Corona könne es zu Verzögerungen kommen.“ Immerhin habe A1 in Hausleiten selbständig die Leitungen bis zu den Verteilerkästen aufgerüstet. Doch mit dem Projekt von Bund und Land komme Breitband praktisch bis an die Haustüre. „Glasfaser ist die Zukunft“, so Anzböck.

„Man ist gerade noch ausgekommen“, beschreibt Ernstbrunns ÖVP-Bürgermeister Horst Gangl das Festnetztempo zu Zeiten von Homeoffice und Distance Learning, „Modernisierungen sind nötig!“ Noch bis Ende August arbeitet A1 in Ernstbrunn am Glasfaserausbau. „9.500 Laufmeter Glasfaserkabel wurden verlegt, 13 Verteilerkästen, so genannte ARUs, wurden in Ernstbrunn und den Katastralgemeinden installiert“, erklärt Gangl. Vom Tempo des neuen Systems können sich die Bürger übrigens ab 31. August am Kirchenplatz von Ernstbrunn überzeugen.

Eingebremst ist derzeit das Internet-Tempo in Leitzersdorf. Zwar wurde im Gemeinderat bereits beschlossen, dass man für Leitzersdorf und die Katastralgemeinden ein Breitbandausbau angestrebt wird. Erst der Wechsel  im Bürgermeisteramt und dann Corona haben laut ÖVP-Bürgermeisterin Sabine Hopf allerdings für Verzögerungen gesorgt. Die fast 1,3 Millionen Euro, die für ihre Gemeinde für den Breitbandausbau vorgesehen sind, will auch sie abholen.

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