Erneuter Lockdown bringt Suche nach Alternativen

Die meisten Gewerbetreibenden im Bezirk Korneuburg sind trotz Lockdowns für ihre Kunden da.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:45

„Der Dezember ist einer der umsatzstärksten Monate“, sagt der Korneuburger Fotograf Jörg Uckermann. Familienfotos als Geschenke sind sehr beliebt, sein Terminkalender ist voll mit Familien- und Hochzeitsshootings.

„Viele haben die Hochzeit aufgrund von Corona in den Herbst verlegt“, erzählt er. Und aufgrund der Einbußen der letzten eineinhalb Jahre wäre jetzt jeder Tag wichtig. Doch schon am Freitag hagelte es die ersten Absagen. Ob er sein Fotostudio öffnen darf, war auch am Montag nicht ganz klar: „Vom Standpunkt der Pandemie verstehe ich die Entscheidung, aber mich ärgert, wie kommuniziert wird.“

Im letzten Lockdown durfte er zwar öffnen, aber aufgrund der Ausgangssperre durfte niemand kommen. Um die Förderung ist er freilich auch umgefallen, er durfte ja grundsätzlich aufsperren. Jetzt hat er beschlossen, auf die regulären Öffnungszeiten zu verzichten und stattdessen Termine zu vergeben.

Nicole Fischer von der Pizzeria Speranza in Ernstbrunn ist fassungslos: „Was soll man dazu noch sagen? Wir machten genaue Kontrollen und nur die ‚2G‘ durften in mein Lokal. Das hat sehr gut geklappt.“ Sie hatte trotzdem viele Gäste, obwohl sie manchmal auch welche wegschicken musste, die sich nicht ausweisen konnten. „Jetzt wird wieder alles dichtgemacht. Die Weihnachts- und Jahresabschlussfeiern fallen wieder aus“, ärgert sie sich. „Mein Personal murrt natürlich auch schon über Kurzarbeit und Lohnausfall. Es würde mich nicht wundern, wenn wieder etliche aus der Gastwirtschaft in andere, sicherere Arbeitsstellen abwandern“, sorgt sich die Pizzeria-Chefin um ihre Mitarbeiter. Dabei sperrt sie ja nicht vollständig zu, Lieferung wird auch während des Lockdowns geben.

Ärger über fehlende Planungssicherheit

„Der Lockdown trifft uns bei Büchern und Kinderspielen mitten im Hauptgeschäft in der Vorweihnachtszeit“, sagt Karin Moder, die eine Buchhandlung in Korneuburg betreibt. Sie beschäftigt drei Ganztagsmitarbeiterinnen und eine Studentin in Teilzeit. Für die Kunden will sie da sein: „Wir sind für Bestellungen telefonisch und über die Website erreichbar.“

In der Passage will sie ein Depot einrichten, von dem die Kunden die Ware mit der Rechnung kontaktlos im Sackerl abholen können. Moder kann auf treue Stammkunden zählen; zudem hätten die Lockdowns zu einem Umdenken geführt, viele hätten schon rechtzeitig eingekauft. „Es ist eine emotionale Umstellung, man muss das Beste daraus machen“, sagt Moder.

„Wir hatten schon einen Lockdown-Plan“, sagt Karina Scheidl von der Gitti-City in Stockerau. Man habe damit gerechnet, dass es auch die Geimpften „erwischen“ wird. Scheidl kritisiert aber die fehlende Planungssicherheit und Vorlaufzeit beim Lockdown. Erst vor wenigen Tagen habe man einen Großeinkauf gemacht. Nun bleibt das Fitnessstudio ebenso geschlossen wie auch das Restaurant – erstmals auch ohne Abholmöglichkeit. „Wir wollen unseren Köchen, die aus Tschechien kommen und täglich eine stundenlange Fahrt haben, ebenso etwas Ruhe gönnen wie dem restlichen Personal“, so Scheidl. Solange der Lockdown andauert, gibt es für die Kunden allerdings ein eigenes Online-Trainingsangebot. Unabhängig davon, wie lange nun geschlossen bleiben muss, können Geschenkgutscheine als Weihnachtsgeschenk für das Jahr 2022 gekauft werden, erinnert Scheidl.

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