Fasten: Verzicht ist wieder angesagt. Die Einschränkungen können vielfältig sein. Der Verzicht auf Essen und Trinken fällt im Bezirk Korneuburg nicht mehr in eine bestimme Zeit.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:53)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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Mit dem Aschermittwoch beginnt wieder die Fastenzeit. Die NÖN hat bei Prominenten nachgefragt, wie sie es denn so mit den Einschränkungen bis Ostern halten.

Patricia Katsulis will sich bei Fastfood und Social Media einschränken.
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„Ich halte die Fastenzeit für sinnvoll, sie hat sich auch weltweit in allen Religionen in unterschiedlichster Form durchgesetzt“, erklärt der Pfarrer von Stockerau, Tom Kruczynski. Und weiter: „Es muss ja etwas dran sein, dass die Menschen über Hunderte von Jahren gemerkt haben, dass ihnen das Fasten guttut.“ Es muss aber nicht immer der Verzicht auf Essen sein, erklärt Kruczynski. Der Verzicht auf den Konsum der Medien etwa sei eine Gelegenheit, „dass man Gott mehr Raum gibt“. Positiv sieht der Pfarrer auch das Autofasten, wenn es aus einem Umweltgedanken heraus erfolgt, und Handyfasten, „weil dadurch Stille entsteht und man sich Gott widmen kann“. Kruczynski selbst verzichtet während der Fastenzeit „auf Fleisch, Fisch, auf tote Tiere“. Statt einem Heringsschmaus gibt es am Aschermittwoch einen strengen Fasttag. Gefastet wird auch am Karfreitag. „Dann freue ich mich aber schon aufs erste Schnitzerl“, bekennt er. Die erste Fleischspeise ist aber der geweihte Osterschinken.

„Viele haben wohl in Zeiten von Corona und Homeoffice etwas über die Stränge geschlagen“, spricht Bezirksfeuerwehrkommandant Wilfried Kargl auch aus eigener Erfahrung. Man tendiere dazu, es sich daheim recht gutgehen zu lassen. „Ich bin jemand, der gerne nascht“, bekennt Kargl. Damit will er während der Fastenzeit brechen und hat sich vorgenommen, nach Möglichkeit auf die Süßigkeiten zu verzichten. Aber das Naschen weglassen allein ist ihm noch zu wenig, „ich habe mir vorgenommen, mehr auf die Ernährung zu achten“. Für den Start in die Fastenzeit ist eine Speise aber ganz besonders wichtig: „Ein Heringsschmaus gehört einfach dazu! Am besten wenn er selbst gemacht ist“, so Kargl.

Bewusster leben statt bloßer Verzicht

Die Korneuburger SPÖ-Gemeinderätin Patricia Katsulis bekennt: „Ich bin kein gläubiger Mensch, aber dennoch nutze ich die Fastenzeit, um bewusst wieder mehr auf meinen Körper und meine Umwelt zu achten.“ Dieses Jahr will sie auf Fastfood und ab 20 Uhr auf Social Media verzichten. Dafür hat sie sich vorgenommen, „dass ich mindestens zwei Bücher in einer Woche lesen und mehr in die Natur hinausgehen werde“.

Die Direktorin des Gymnasiums Stockerau, Claudia Reinsperger, versucht während der Fastenzeit „etwas bewusster vorzugehen und zu planen“. Unterricht im Schichtbetrieb und die Planung für das kommende Schuljahr verlangen allerdings mehr Aufmerksamkeit als die Fastenzeit. Eines weiß Reinsperger: „Einen vollen Verzicht, etwa auf Zucker, würde ich wohl nicht durchhalten.“

Christian Spatzek hört auf seinen Körper und liebt seinen Heringsschmaus.
Reichert

Den typischen Verzicht beim Essen oder Trinken sieht der frühere Stadtarzt von Korneuburg, Ewald Priessnitz, für sich nicht nötig. Allerdings gibt er zu: „Ich habe kein Sitzfleisch, ich bin zu unruhig.“ Daran will er während der Fastenzeit arbeiten, „dass ich nicht ständig der Hans Dampf in allen Gassen bin“, wie er sagt.

„Ich faste dann, wenn der Körper es sagt“, lautet das Credo des Intendanten der Stockerauer Festspiele, Christian Spatzek. Dabei hält er sich nicht unbedingt an die Fastenzeit. Aber das „Fasten, um der Idealfigur zu entsprechen, die sich meine Frau vorstellt“ ist für ihn ein wichtiger Grund. Bei der Ernährung achtet Spatzek darauf, was sein Körper verlangt und nicht, ob gerade Fastenzeit ist. Auch wenn er erklärt, durchaus asketisch leben zu können – einen guten Heringsschmaus liebt er. Diesen bereitet er mit Vorliebe selbst zu, nach einem Rezept des ehemaligen deutschen Schauspielers Gustav Knuth - und nicht immer nur am Aschermittwoch.

Völlig unbeeindruckt von der Fastenzeit ist der Harmannsdorfer Musiker Hans Grüssinger: „Ich bin das ganze Jahr über sehr diszipliniert.“ Gewichtsprobleme kennt er nur vom Hörensagen, Gemüse und Obst stehen häufig am Speiseplan, Fleisch eher weniger. Auch Alkohol ist für ihn kein Thema. Einen Verzicht gibt es aber: „Den Heringsschmaus brauche ich nicht, aus dem mache ich mir nicht viel.“

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