First Responder: Fünf neue Ersthelfer im Einsatz. Die Freiwilligen sind oft die Ersten am Unfallort. Derzeit gibt es sie in zwölf Bezirksgemeinden.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 24. August 2017 (05:00)
Rotes Kreuz/Tamara Kopp
Die neuen First Responder im Bezirk: Daniela Reiff, Alexander Scheidl und Philipp Hruska (stehend) sowie Leopold Kranz und Johannes Flandorfer (hockend).

Eine schnelle und damit bessere Versorgung in medizinischen Notfällen – das ist das Ziel des First-Responder-Systems des Roten Kreuzes. Seit dem Jahr 2010 wird es im Bezirk Korneuburg sukzessive ausgebaut.

Das Prinzip ist einfach: Passiert im Bezirk ein Unfall, ist das Rote Kreuz schnell zur Stelle. Drei Dienststellen sind rund um die Uhr durch hauptberufliche, zivildienstleistende sowie ehrenamtliche Mitarbeiter besetzt. „Nur durch das Engagement vieler Freiwilliger kann eine durchschnittliche Eintreffzeit des Rettungsdienstes von 10,42 Minuten erreicht werden“, betont Peter Tesarek, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes, „so wird nicht nur eine professionelle, sondern auch eine schnelle Versorgung garantiert.“

23 Ehrenamtliche im Bezirk im Einsatz

Aber das ist dem Roten Kreuz nicht genug. Um auch die ersten Minuten noch besser überbrücken zu können, gibt es seit sieben Jahren das Modell der First Responder. Bezirksweit sind mittlerweile 23 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Mit Daniela Reiff aus Großmugl, Ale-xander Scheidl aus Bisamberg, Philipp Hruska aus Hausleiten, Leopold Kranz aus Ernstbrunn und Johannes Flandorfer aus Stetten kommen nun fünf weitere geschulte Rettungs- und Notfallsanitäter dazu, die im Notfall Erste Hilfe leisten. Diese „Erstversorger“ kommen zum Einsatz, wenn in der Nähe ihres Wohnorts ein medizinischer Notfall passiert.

In so einem Fall werden die Sanitäter gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert, sie sind aber aufgrund der örtlichen Nähe oft die Ersten am Unfallort. In ihren Privatfahrzeugen, ausgestattet mit Notfallrucksäcken, machen sich die Sanitäter auf den Weg. „So erhalten lebensbedrohlich erkrankte oder verletzte Notfallpatienten im besten Fall schon in den ersten Minuten nach dem Alarm Erste Hilfe“, erläutert Tamara Kopp, Leiterin des First-Responder-Teams im Bezirk Korneuburg, den Hintergedanken.

Ausbildung gibt den Helfern Sicherheit

In Großmugl gab es bisher keinen First Responder, diese Aufgabe hat Daniela Reiff vor rund einem Monat übernommen. Sie ist auch hauptberuflich beim Roten Kreuz tätig. Zu einem Einsatz wurde sie bislang noch nicht gerufen, die Wichtigkeit ihrer Funktion ist ihr aber gerade wegen der exponierten Lage ihrer Heimatgemeinde bewusst.

Dass sie die Erste am Ort des Geschehens sein wird und dort in den ersten Minuten auf sich alleine gestellt ist, ist ihr klar: „Ich habe die Ausbildung plus Zusatzausbildung“, fühlt sie sich für die Herausforderung gewappnet. Befragt nach ihrer Motivation, nennt sie den „Wunsch zu helfen“ als Grund für ihre Entscheidung.

Zu 142 Einsätzen wurden die First Responder im Jahr 2016 gerufen. Hauptsächlich sind es interne gesundheitliche Probleme. Derzeit sind solche Ersthelfer in den Gemeinden Ernstbrunn, Großrußbach, Harmannsdorf, Langenzersdorf, Leitzersdorf, Niederhollabrunn, Stetteldorf, Stockerau, Großmugl, Bisamberg, Hausleiten und Stetten im Einsatz. Nächstes Jahr soll das System um weitere Gemeinden erweitert werden, kündigt Kopp an.

First Responder müssen gewisse Voraussetzungen mitbringen. „Die Anzahl an Dienstjahren und die Erfahrung sind entscheidend“, weiß Kopp, „die Leute müssen sich sicher fühlen bei dem, was sie tun.“ Oft ginge es bei den Einsätzen um Leben und Tod. „Schon zahlreiche Notfallpatienten verdanken dem schnellen und beherzten Einsatz der First Responder ihr Leben“, so Kopp.