Handel klagt über Lockdown: „Ungünstigster Zeitpunkt“

Einzelhandel im Bezirk Korneuburg bangt um das Weihnachtsgeschäft und appelliert an Konsumenten.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:45
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Sabine Pausch muss ihr Bekleidungsgeschäft in Korneuburg zusperren. Kundenwünsche nimmt sie während des Lockdowns telefonisch entgegen.
Foto: Mikysek

Es war alles fertig, um den Kunden ein weihnachtliches Ambiente zu bieten: Sabine Pausch vom Korneuburger Bekleidungsgeschäft „Lady 2“ hatte ihr Modewohnzimmer mit viel Liebe dekoriert, die Auslage gestaltet, in Blumenschmuck investiert und Geschenkideen vorbereitet. „Und jetzt darf niemand kommen“, bedauert sie, „es ist emotional und wirtschaftlich sehr traurig.“ Sie ist während des Lockdowns aber telefonisch für ihre Kunden da.

Andreas Minnich, ÖVP-Nationalratsabgeordenter, Wirtschaftskammer-Obmann und Stadtrat, kann den Frust nachvollziehen, immerhin betreibt er selber ein Modegeschäft in Kor neuburg. Aus wirtschaftlicher Sicht kommt der Lockdown zum „ungünstigsten Zeitpunkt“.

Die Lager sind voll mit Weihnachtsware, die Auszahlung des Weihnachtsgelds steht bevor. „Bei Neugründern gibt es wirklich Existenzängste“, weiß er. Er ersucht deshalb die Konsumenten um Verständnis und Solidarität: „Sie können nach dem Lockdown mithelfen, einen Teil des Weihnachtsgeschäfts aufzuholen, indem sie regional einkaufen.“ Den Korneuburger Weihnachtsmarkt will Minnich nach dem Lockdown-Ende in der geplanten Form aufsperren. Die Hütten für den Hauptplatz (Kunsthandwerk) und den Rathausinnenhof (Gastronomie) wurden letzte Woche jedenfalls schon aufgestellt.

WISTO-Appell: „Nicht alles online kaufen!“

„Bitte kaufen Sie trotz Lockdown nicht alles online! Nach dem 13. Dezember ist noch genug Zeit, Weihnachtseinkäufe in den heimischen Geschäften zu erledigen.“ Diesen Appell richtet auch Herbert Knoth, Obmann des Wirtschaftsvereins Stockerau – kurz WISTO –, an die Kunden. „Wenn wir eine belebte, bunte Innenstadt mit Geschäften wollen, müssen wir alle einen Teil dazu beitragen“, macht er klar.

Die Stockerauer Wirtschaft wird trotz des Lockdowns dank der „Cities App“ präsent bleiben. Und wer noch nach einem passenden Weihnachtsgeschenk sucht, dem legt der Obmann die WISTO-Geschenkgutscheine ans Herz. „Hier haben wir heuer mit Gutscheinen im Wert von 330.000 Euro einen neuen Rekord erzielt“, jubelt er, „300.000 davon wurden bereits wieder ausgegeben. Das ist Geld, das im Stockerauer Handel bleibt“, macht Knoth bewusst.