Helmut Laab: „Elektroautos haben keine Nachteile“. Das Interesse am alternativen Antrieb wird immer größer. Stockeraus Stadtchef kann sich einen Umstieg gut vorstellen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 30. August 2017 (05:00)
Anstecken statt tanken – für immer mehr Menschen im Bezirk Korneuburg sind Elektroautos eine Option.
Shutterstock/ Alexandru Nika

„Die Nachfrage ist groß und wird immer größer“, so Peter Valo vom Autohaus Pesek in Stockerau. Das Unternehmen verborgt Elektroautos für Testfahrten und ist dabei völlig ausgebucht. Auch beim Autohaus Spreng freut man sich über große Nachfrage: „Wir haben heuer sechs Elektroautos verkauft“, erzählt Inhaber und Geschäftsführer Erich Artlieb.

Spezielle Förderung in Niederösterreich

Das größte Kriterium ist für die Kunden der Kaufpreis: „Verschiedene Förderaktionen machen es aber leistbarer“, wissen die Verkaufsprofis. In Niederösterreich werden Elektroautos speziell gefördert. „Ebenfalls gefördert werden private Ladestationen“, so VP-Landtagsabgeordneter Hermann Haller.

Überhaupt ist Niederösterreich ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität: „Aktuell kann man im Bezirk Korneuburg bereits auf zehn Ladestationen zurückgreifen. Schon heute werden im Bundesländervergleich die meisten Elektro-Fahrzeuge in Niederösterreich zugelassen“, weiß Haller.

Und im EU-Vergleich ist Österreich das Land mit dem höchsten Anteil an Neuzulassungen 2016: Im Bezirk Korneuburg gab es laut der Bundesanstalt Statistik Österreich im Jahr 2016 insgesamt 20 Zulassungen für Elektroautos und 14 für Hybridmodelle. Von Jänner bis Juli 2017 verzeichnete man bereits einen großen Sprung: Es wurden insgesamt 43 Elektrofahrzeuge sowie 37 Hybridautos zugelassen.

„Ich habe ein Modell ausprobiert und gute Erfahrungen gemacht. Es ist wichtig, dass wir von fossilen Brennstoffen wegkommen.“Helmut Laab, Stockerauer Stadtchef

Die Klima- und Energiemodellregion (KEM) Korneuburg hat sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. Bei einer Befragung von Oktober bis Dezember 2016 lag ein Themenschwerpunkt auf E-Mobilität. „Aus der Bevölkerung haben rund 1.000 Personen an der Befragung teilgenommen. Die Ergebnisse sind in die Erstellung eines Umsetzungskonzepts für die nächsten zwei Jahre geflossen“, beschreibt KEM10-Managerin Karin Schneider das Vorgehen.

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Von den 990 Rückmeldungen haben sich etwa 85 Prozent der Befragten für den Kauf eines der angegebenen Elektroautos ausgesprochen. 32 Prozent der Befragten oder 325 Personen hielten ein CarSharing-Modell mit einem Elektroauto für eine gute Idee.

E-CarSharing-System in Arbeit

Was die Infrastruktur angeht, forderten 45 Prozent der Befragten alle ein bis zwei Kilometer Ladestationen. Auch das Ist-Mobil wurde eingebunden: 26 Prozent der Befragten wünschten sich eine bessere Vernetzung mit dem Ist-Mobil. 32 Prozent der Befragten wollten ein CarSharing-Auto in fußläufiger Reichweite. „Mit einer Verbesserung der Infrastruktur der E-Tankstellen haben wir bereits begonnen, zur Zeit wird an der Ausarbeitung eines E-CarSharing-Systems gearbeitet“, so Schneider über den Status quo.

Neben der Projektarbeit will die Klima- und Energiemodellregion jedoch auch mehr Bewusstsein für E-Mobilität schaffen: Fördermöglichkeiten werden kommuniziert, bei Veranstaltungen gibt es Vorträge von Experten. Bei den Beratungsgesprächen, die die KEM anbietet, stehen jedoch meist andere Themen im Vordergrund.

Laab: "Man fährt viel bewusster"

Einer, der nicht mehr überzeugt werden muss, ist Stockeraus SP-Stadtchef Helmut Laab. Er überlegt, E-Autos privat zu nutzen. „Ich habe ein Modell ausprobiert und gute Erfahrungen gemacht. Es ist wichtig, dass wir von fossilen Brennstoffen wegkommen“, findet er. Beim Fahren gebe es keinen Nachteil: „Die Beschleunigung ist besser als bei einem Benzin- oder Dieselmotor. Und man fährt viel bewusster, weil man den Verbrauch im Auge behält“, so Laab. 200 bis 250 Kilometer stellen für ein Elektroauto kein Problem dar. „Das reicht für meine Ansprüche. Für längere Strecken kann man dem Hersteller vereinbaren, ein herkömmliches Auto zu leihen.“

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