Hybridantrieb hoch im Kurs

Elektroautos sind im Bezirk Korneuburg bereits beliebter als Dieselfahrzeuge.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:31
Elektroauto Ladestation Symbolbild
Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild)

Im September wurden im Bezirk 69 Autos mit den verschiedensten E-Antrieben zugelassen, aber nur 32 dieselbetriebene. Im zweiten Monat hintereinander haben Elektroautos die Selbstzünder überholt. Spitzenreiter bleiben aber Benziner mit 71 Fahrzeugen. Eines ist bei allen Antriebsarten gleich: Der Halbleitermangel führt zu langen Lieferzeiten.

„Die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotoren ist ungebrochen“, sagt Marcel Weber. Er ist für den Neu- und Gebrauchtwagenverkauf bei Knoth in Stockerau zuständig. Allerdings ist ein immer stärkeres Interesse an alternativen Antrieben zu erkennen. Im Kundeninteresse stehen eher die Hybridfahrzeuge als jene mit reinem Elektroantrieb.

Wir haben im Februar einen Wagen verkauft, Liefertermin sollte im Mai sein. Bis jetzt wurde das Auto noch nicht produziert.“
Marcel Weber Autoverkäufer

Problematisch ist die Verfügbarkeit, Ursache ist der Engpass bei den Chips. Konnte man vor der Pandemie acht bis zehn Wochen nach Vertragsunterzeichnung den neuen Wagen pilotieren, gibt es aktuell Wartezeiten von einem halben bis zu einem Jahr, fixe Zusagen werden nicht gemacht. „Wir haben im Februar einen Wagen verkauft, Liefertermin sollte im Mai sein. Bis jetzt wurde das Auto noch nicht produziert“, beschreibt Weber die Situation. Die Folge: Kunden fahren mit ihrem alten Wagen weiter, attraktive Gebrauchte sind schwer zu finden.

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Auch beim Opel-Standort von Raiffeisen in Tresdorf ist laut Standortleiter Leopold Scheibböck die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen deutlich gestiegen. Aufgrund der Förderungen sind es vor allem Betriebe, die ordern. „Private kaufen nur, wenn sie kurze Strecken fahren“, so Scheibböck. Die Chipkrise macht sich auch beim Lagerhaus bemerkbar, „derzeit kommen nur ganz wenige Neuwagen“, so Scheibböck. Die Lieferzeiten sind von etwa drei Monaten auf bis zu einem dreiviertel Jahr gestiegen, dadurch habe es auch Stornos gegeben. Scheibböck beruhigt allerdings: „Wir haben noch ein großes Lager mit rund 200 Neuwagen.“ Eng wird es aber bei den Gebrauchten: „Wir haben weniger als halb so viele wie im vergangenen Jahr.“

Schauraum wegen Lieferengpässen ziemlich leer

Steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gibt es auch beim Autohaus Spreng in Stockerau, so Geschäftsführer Alexander Artlieb. Dies liege daran, „dass wir nun eine breite Fahrzeugpalette anbieten“, sagt er. Anbieten bedeutet aber nicht verkaufen, denn auch beim VW-Audi-Konzern stockt der Nachschub. Wer jetzt kaufe, werde den Wagen wohl erst im Mai bekommen, wer aber zögere, müsse mit steigenden Preisen rechnen, so Artlieb.

Der Nachschub an Neuwagen ist schwach, „wir bekommen die Autos stückweise“, der Schauraum bei Spreng ist ziemlich leer. Auch der Gebrauchtwagenmarkt ist von dem Engpass betroffen, Eintauschfahrzeuge fehlen. „Wir haben sogar schon Gebrauchte aus Deutschland zugekauft“, sagt Artlieb.

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