In den Standesämtern herrscht Hochbetrieb

Erstellt am 24. Juni 2022 | 05:25
Lesezeit: 3 Min
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Petra Haller und ihr Lebensgefährte Markus hoffen, dass ihre Hochzeit im dritten Anlauf klappt.
Foto: privat
Ein Paar aus Flandorf musste den Hochzeitstermin schon zweimal verschieben und wagt jetzt den dritten Anlauf.
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Im dritten Anlauf soll es endlich klappen: Petra Haller und ihr Lebensgefährte Markus aus Flandorf wollen am 9. Juli in Stockerau den Bund der Ehe schließen. Dass das Paar die Hochzeit aufgrund der Corona-Pandemie schon zweimal verschieben musste, sieht die Braut mittlerweile locker: „Aller guten Dinge sind drei!“

Eigentlich sollte die Trauung schon im Juni 2020 über die Bühne gehen – mit 130 Gästen bei der Agape. „Es war zwar zu dem Zeitpunkt kein Lockdown, aber es gab Beschränkungen bei der Gästezahl“, erinnert sich die 37-Jährige. Gäste ausladen kam für das Paar nicht in Frage. „Wir wollten mit allen Freunden und der Familie feiern“, erzählt sie. Der Entschluss, die Trauung zu verschieben, fiel nicht schwer. Der neue Termin war für 2. Juli 2021 angesetzt. Doch es sollte erneut anders kommen.

Auch der zweite Versuch fiel ins Wasser

Im Mai kam die Ankündigung, dass am 30. Juni von der Regierung neue Maßnahmen im Kampf gegen Corona bekannt gegeben werden. „Das wäre zwei Tage vor unserer Hochzeit gewesen“, schildert die Flandorferin. Auf diese Unsicherheit wollte man sich nicht verlassen. „Wenn wir zwei Tage vorher alles absagen hätten müssen, wären wir auf allen Kosten sitzengeblieben“, so die Überlegung. Im dritten Anlauf soll die Trauung im Stockerauer Belvedereschlössl jetzt endlich klappen. „Wir hatten ja 2,5 Jahre, um uns vorzubereiten“, scherzt Haller.

Am Standesamt Stockerau verzeichnet man aktuell einen Boom an Eheschließungen, es gibt mehr Anfragen als zur Verfügung stehende Termine. „Der Hauptgrund liegt an der Corona-Situation der letzten beiden Jahre: Viele Eheschließungen mussten pandemiebedingt verschoben werden und werden jetzt nachgeholt“, weiß Georg Ihm, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

2022 hat das Standesamt der Stadtgemeinde Stockerau von Jänner bis Juni 70 Eheschließungen durchgeführt (2021: 42), derzeit sind insgesamt 125 Vermählungen eingetragen (2021: 102). „Lediglich vier wurden seitens der Brautpaare wieder abgesagt“, erläutert Ihm. Aber: Das Standesamt ist heuer komplett ausgebucht. „Alle heiratswilligen Paare daher bitte rasch entscheiden, damit der Wunschtermin 2023 auch erfüllt werden kann.“

Geheiratet wird nach wie vor im kleinen Kreis

Im Korneuburger Standesamt wurden heuer bereits 184 Hochzeiten vollzogen. „Gesamt gibt es heuer bereits 300 Reservierungen“, berichtet Standesamtsleiterin Marion Stenzel, „für den heurigen Sommer waren wir sehr früh voll gebucht.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2019 gab es 330 Eheschließungen. Nur vereinzelt würden Hochzeiten nachgeholt, sagt Stenzel, „viele Paare haben inzwischen im kleineren Kreis bei uns geheiratet“. Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen seien derzeit noch selten, so Stenzel: „Ich denke, dass viele Menschen betreffend Ansammlungen vorsichtiger geworden sind.“

Keinen Anstieg bemerkt man am Standesamt Ernstbrunn. Standesbeamtin Sabine Weißkirchner rechnet heuer mit rund zehn Trauungen, „also so wie im Vorjahr“, prophezeit sie. Ihre Erfahrungen nach werden kirchliche Trauungen von Paaren nachgeholt, die während der Pandemie im kleinen Rahmen standesamtlich geheiratet haben.

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