Kultur gehört geplant. Viele Kulturveranstaltungen und Events im Bezirk Korneuburg müssen vorab abgesagt oder verschoben werden, bei manchen hofft man noch.

Von Manfred Mikysek und Bernhard Preineder. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:30)
Ein Bild aus besseren Zeiten der Korneuburger Werftbühne: Kulturstadtrat Andreas Minnich und Robert „Wir sind Kaiser“ Palfrader.
Preineder

Eine langfristige Planung ist kaum möglich, niemand weiß, wann es wieder so etwas wie einen Normalbetrieb geben wird. Die Kulturszene ist in der Zwickmühle.

Die Konzerte der Klangbrücke, des gemeinsamen musikalischen Kulturprojektes von Korneuburg, Klosterneuburg, Stockerau und Langenzersdorf und dem Verein Klangbrücke, sollen auch heuer stattfinden, betont der Obmann des Vereins Klangbrücke Anton Gabmayer. Das Problem bei der Planung, die im März stattfindet, ist, dass derzeit unklar ist, welche Abstände und Maximalzahlen an Konzertbesuchern im Oktober gelten werden. „Wie soll man den Kartenvorverkauf planen, wenn man nicht weiß, wie viel Publikum kommen darf?“, so Gabmayer.

Unklar ist auch, welche Förderungen vom Land zu erwarten sind, ohne diese wäre die Klangbrücke nicht möglich. „Die Kulturverantwortlichen gehen mit ihrem Engagement auch ein großes Risiko ein“, ist sich Intendant Gabmayer bewusst. Prekär ist die Situation für die vielen Musiker: Finden die Konzerte nicht statt, gibt keine Gage.

„Wie soll man den Kartenvorverkauf planen, wenn man nicht weiß wie viel Publikum kommen darf?“Anton Gabmayer, Intendant der Klangbrücke

Die Korneuburger Kulturveranstaltungen bis zum Sommer sind laut Stadtrat Andreas Minnich auf Eis gelegt. Das betrifft den Musiksommer und die Werftbühne, obwohl dafür schon ein Programm ausgearbeitet war. „Wir hoffen, dass wir das komplette Programm nächstes Jahr über die Bühnen bringen können“, so Minnich. Unklar ist noch, ob Veranstaltungen im Rahmen des Bunten Sommers stattfinden können. „Voraussetzung dafür ist, dass Christian Fetz mit seinem Team zur Verfügung steht. Grünes Licht gibt er für die Musiktage und die Klangbrücke.

Vergangenes Jahr fanden im Z2000 in Stockerau 59 Veranstaltungen statt, im März fiel der Vorhang. Die Veranstaltungen wurden auf Herbst 2021 verschoben, ab September sollen wieder Konzerte stattfinden. Den Anfang wird Alexander Goebel & Band machen. „Völlig unklar ist derzeit, wie die erlaubte Bestuhlung sein wird und welche Corona-Tests nötig sein werden“, gibt Z2000-Leiter Ernst Weidenauer zu bedenken.

„Die Stimmung bei den Musikern der Kapelle Hagenbrunn ist gedrückt, da jegliche Planungssicherheit fehlt“, so Obmann Nikolaus Saul. Im letzten Herbst fanden noch Proben unter verschärften Bedingungen statt, im Oktober war es damit vorbei.

In den nächsten Wochen und Monaten sieht Saul auch keine Möglichkeiten für Proben und Auftritte. Im Sommer werden wohl keine Konzerte gespielt werden, sind sich alle Kapellen im Umkreis einig. Saul sieht die Branche im Notfallsmodus, da Kosten, vor allem Mieten, weiter anfallen. Viele Musikkapellen haben bei Proben mit den Sicherheitsdistanzen Probleme. „In Hagenbrunn haben wir Glück, da wir den Festsaal nutzen können“, ist Saul froh.

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