Kontroverse um Schächtungen hält an

Um Schächtungen in einem Betrieb im Bezirk Korneuburg hat es am Montag erneut eine Kontroverse gegeben. Nachdem der Verein gegen Tierfabriken (VGT) bereits zuvor ein Kontrollversagen moniert hatte, wurden vor der Korneuburger Bezirkshauptmannschaft und dem Landhaus in St. Pölten Protestkundgebungen abgehalten.

Erstellt am 04. Oktober 2021 | 12:53
Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl wehrt sich gegen die Vorwürfe des VGT
Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl wehrt sich gegen die Vorwürfe des VGT
Foto: Löwenstein

Die Kritik des VGT bezieht sich nach eigenen Angaben auf rituelle Schlachtungen vom 20. und 21. Juli, die im Rahmen des muslimischen Kurbanfestes stattgefunden hatten. Auf Videoaufnahmen seien zunächst für wenige Stunden Veterinärmediziner zu sehen, in dieser Zeit würden die Tiere wie vorgeschrieben betäubt. "Doch noch vor Mittag verschwinden die Kontrollorgane einfach. Sie sind bis zum Abend nicht mehr zu sehen", konstatierte der VGT bereits im September. Hunderte Schafe seien über zwei Tage ohne Betäubung und ohne Kontrolle getötet worden.

Erneuert wurden die Ausführungen seitens der Tierschützer am Montag. Verwiesen wurde von VGT-Kampagnenleiter David Richter in einer Aussendung auch darauf, dass laut Bezirkshauptmannschaft Korneuburg "ständig ein amtlicher Tierarzt anwesend" gewesen sei. "Wieso sieht man den oder die im Video nicht? Und warum wird nicht betäubt, sobald keine Kontrollperson mehr anwesend ist?", stellte Richter in den Raum.

Die Behörde ist ihrer Kontrollpflicht jedenfalls nachgekommen Bezirkshauptfrau von Korneuburg, Waltraud Müllner-Toifl

Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hielt am Montag in einer Aussendung fest, dass der Behörde der aufgezeigte Fall bekannt sei. "Für das rituelle Schlachten ohne Betäubung vor dem Blutentzug wurde nur für den Zeitraum des Kurbanfestes nach genauer Prüfung der Voraussetzungen unter Beachtung der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes eine Bewilligung erteilt." Für die Dauer der Schlachtungen habe "ein amtlicher Tierarzt" zur Überwachung anwesend zu sein. "Der beauftragte amtliche Tierarzt ist nicht ident mit dem Amtstierarzt der Behörde. Eine durchgehende Kontrolle durch Amtstierärzte ist gesetzlich nicht vorgesehen", wurde betont.

Während des Kurbanfestes seien wiederholt unangekündigte Kontrollen durch die Amtstierärztin und Behördenvertreter zur Überprüfung der erteilten Bewilligung und von tierschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgt. Dabei sei der amtliche Tierarzt in der Schlachthalle angetroffen worden. Weiters sei kein Verdacht abzuleiten gewesen, dass Betäubungen nicht gesetzt worden seien, hieß es von der Bezirkshauptmannschaft.

"Nach Bekanntwerden von Verdachtsmomenten hat die Amtstierärztin noch am gleichen Tag eine Kontrolle durchgeführt und eine Sperre veranlasst", hielt Müllner-Toifl fest. Der Sachverhalt sei umgehend der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. "Wären bei den Kontrollen Verfehlungen festgestellt worden, wären sofort die notwendigen Maßnahmen getroffen worden."