Pilotprojekt "nahallo": Schon 830 Kilo CO₂ eingespart

Erstellt am 17. August 2022 | 05:03
Lesezeit: 4 Min
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Auf Fahrgemeinschaften wartet am Korneuburger Bahnhof ein für den ganzen Tag reservierter Parkplatz in der Park& Ride-Anlage, wie Christina Maria Bachmaier und Christian Steger- Vonmetz, beide vom VOR, zeigen.
Foto: Löwenstein
„nahallo“ im Bezirk Korneuburg adaptiert sein Konzept: Künftig werden alle Fahrgemeinschaften belohnt.
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Es gibt viele Wege, wie man CO₂ einsparen kann: Man verzichtet auf das Auto, fährt mit dem Rad, geht zu Fuß oder gründet Fahrgemeinschaften. Ein solches Mobilitätsverhalten wird belohnt, seit der VOR und das Land NÖ Ende April in Korneuburg das Pilotprojekt „nahallo“ gestartet haben, das über die App „ummadum“ genutzt werden kann (die NÖN berichtete). Für die umweltfreundliche Wegbeschreitung werden Shopping-Punkte gutgeschrieben, die man in Geschäften oder Gastronomiebetrieben einlösen kann.

Derzeit nutzen rund 200 Personen in der Region das Service, indem sie die App auf ihr Handy geladen haben. „Es sind vor allem Radfahrer und Fußgänger“, weiß Christian Steger-Vonmetz vom VOR, die Zahl der Fahrgemeinschaften sei noch „ausbaufähig“. Er ist überzeugt, dass angesichts der hohen Spritpreise genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um das System zu forcieren. Aus diesem Grund hat man sich auch zu einer Änderung entschlossen: Werden derzeit nur Gemeinschaftsfahrten zum Bahnhof belohnt, sollen ab September sämtliche Fahrten mit Fahrgemeinschaften in der Region mit Punkten vergütet werden. Einzige Bedingung: „Start und Ziel muss in einer ISTmobil-Gemeinde liegen“, wie Steger-Vonmetz ausführt. In diesem Punkt sei man am Beginn zu restriktiv gewesen, gesteht er.

Das Projekt wird wohl verlängert werden. Es wird länger dauern, bis die Leute ihr Verhalten ändern.“ Christian Steger-Vonmetz VOR Forschung & Entwicklung

Im Zuge des Pilotprojekts soll ermittelt werden, wie Menschen dazu motiviert werden können, nicht mehr alleine mit dem Auto von A nach B zu fahren, sondern andere Personen geplanter Weise auf dem Weg mitzunehmen. Belohnt werden Fahrer und Mitfahrer mit Punkten. Zusätzlich können nahallo- Fahrgemeinschaften kostenlos einen von fünf Premium-Stellplätzen in der Park&Ride-Anlage am Korneuburger Bahnhof buchen. Dazu kommt noch das gute Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben. Alleine auf der Strecke von Langenzersdorf zum Bahnhof Korneuburg liegt die CO₂-Ersparnis einer Fahrgemeinschaft im Vergleich zu einer Einzelfahrt bei 0,9 kg. Insgesamt haben sämtliche Nutzer seit dem Start im April bereits 900 umweltfreundliche Kilometer zurückgelegt und so 830 Kilo CO₂ gespart.

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Bei Alexandra Adler im Korneuburger Lokal „Sain“ löst Christian Steger-Vonmetz über die Handy-App völlig unkompliziert die gesammelten Punkte ein, um sein Getränk zu bezahlen.
Foto: Löwenstein

Vorbehalte gegenüber Fahrgemeinschaften versucht der VOR zu zerstreuen. Die Mitfahrgarantie gewährleistet die Fahrt, auch wenn der Fahrer absagt. In diesem Fall können Mitfahrende auf Kosten von „nahallo“ ein ISTmobil-Taxi bestellen. Auch seien die handelnden Personen registriert, das Service ist also nicht anonym. „Und man kann Fahrer und Mitfahrer auch bewerten“, ergänzt Steger-Vonmetz. Im Falle eines Unfalls komme die gesetzliche Haftpflichtversicherung zu tragen. Darüber hinaus hat „ummadum“ auch noch eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen.

Das Pilotprojekt läuft vorerst bis April 2023, wird aber wohl verlängert werden. „Es wird länger dauern, bis die Leute ihr Verhalten ändern“, ist Steger-Vonmetz überzeugt. „Wir sind am Lernen“, pflichtet ihm seine VOR-Kollegin Christina Maria Bachmaier bei. Das Ziel sei eine Dauereinrichtung des Systems.

Die Punkte kann man derzeit unter anderem beim Interspar, bei Hervis oder der OMV einlösen, auch Alexandra Adler vom Lokal „Sain“ in Korneuburg beteiligt sich. Für sie liegen die Gründe fürs Mitmachen auf der Hand: „Die nachhaltige Idee passt zu unserem Konzept.“ Sie bietet selber Fahrten an, „das Einlösen der Punkte ist super einfach“. Gleichzeitig sieht sie in der Teilnahme auch einen Werbeeffekt. „Es kostet uns nichts. Am Monatsende wird das Geld dann gesammelt überwiesen“, betont Adler.

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