Polizei ist stolz auf gutes Kriminalstatistik-Ergebnis. Zahl der Delikte um neun Prozent gesunken. Aktuell warnt Polizei vor Taschendieben in Supermärkten.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 15. Mai 2019 (06:12)
Löwenstein
Die Zahlen gehen zurück, zu tun gibt es dennoch genug, wissen Andreas Thenner (hinten) und Patrick Schinerl.Löwenstein

Andreas Thenner, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant, reibt sich angesichts der aktuellen Kriminalstatistik, die die Zahlen vom Jahr 2018 mit jenen von 2017 vergleicht, die Hände: Die Zahl der Delikte ist um neun Prozent zurückgegangen, parallel dazu ist die Aufklärungsrate auf über 53 Prozent gestiegen. „Auf diese Statistik sind wir stolz“, freut er sich.

„Heute schreibt jemand über einen Einbruch in Korneuburg und ganz Korneuburg fühlt sich unsicher“Andreas Thenner, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant

Was die Zahl der Dämmerungseinbrüche in der Zeit von November bis Jänner betrifft, gibt es sogar einen Rekord zu bejubeln: Der Bezirk Korneuburg hat mit einem Minus von 80 Prozent den größten Rückgang in ganz Österreich zu verzeichnen. Als Gründe nennt Thenner „eine Mischung aus Streifentätigkeit, Tatorttätigkeit, Ermittlungsarbeit und Aufmerksamkeit der Bevölkerung“.

Und wie erklärt er sich, dass trotz rückläufiger Kriminalität das subjektive Sicherheitsgefühl abnimmt? „Die Nachbarschaft ist größer geworden“, verweist er auf die Einflussnahme der sozialen Medien. „Heute schreibt jemand über einen Einbruch in Korneuburg und ganz Korneuburg fühlt sich unsicher“, verdeutlicht er. Dazu komme, dass Berichte über Einbrüche oft geteilt würden, „so werden aus einem Einbruch gefühlsmäßig gleich zehn“.

Microsoft ruft nicht an und fragt Zugangsdaten ab!

Genug zu tun gibt es trotz des Rückgangs: Aktuell beschäftigen die Polizei Diebe, die in Supermärkten ihr Unwesen treiben. In beinahe allen Märkten in der Stadt Korneuburg gab es in den letzten Wochen Anzeigen wegen Laden- oder Taschendiebstählen. „Die Kunden lassen ihre Tasche im Einkaufswagen liegen und dann ist die Geldbörse weg“, warnt Thenner, seine Wertsachen beim Einkaufen nicht aus den Augen zu lassen. Im Bereich Oberlisse in Gerasdorf bittet er die Bewohner um besondere Aufmerksamkeit.

Fünf Wohnhauseinbrüche gab es dort im Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai. Die Täter haben es auf Geld und Schmuck abgesehen. Eine der wenigen Deliktarten mit einem Anstieg ist die Cyberkriminalität.

Rund um den Jahreswechsel gab es vermehrt Fake-Anrufe von vermeintlichen Softwarebetreibern, die versuchten, an Passwörter zu kommen. „Sie spionieren den Computer aus und installieren Software“, beschreibt er die Vorgehensweise. „Immer wieder kommt es dabei zu Abbuchungen“, berichtet er und mahnt: Microsoft würde nicht anrufen und Zugangsdaten abfragen!

Manchmal sind es auch kuriose Diebstähle, die die Kriminalisten beschäftigen: so wie ein Mann, der aus Geldknappheit eine Packung Eier gestohlen hat und prompt erwischt wurde oder Diebe, die in einem Korneuburger Baumarkt einen Anhänger mit Laminat- und Fliesenböden mitgehen ließen.