Preise für Brennbares steigen, aber Lager sind leer

Erstellt am 02. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Das sind die letzten Holzreste bei Thomas Swoboda. Eigentlich sollten zu dieser Jahreszeit konstant 400 Festmeter Brennholz lagern und trocknen.
Foto: Herwig Mohsburger
Händler im Bezirk Korneuburg sind bei Pellets und Brennholz ausverkauft, Heizöl kommt im Herbst.
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Seit Wochen ist zu hören, dass es Engpässe bei Heizmaterialien gibt. Die NÖN hat nachgefragt, wie die Situation tatsächlich ist.

„Kohle und Koks kommen laufend herein, auch die Preise sind recht stabil“, sagt Thomas Swoboda vom M & S Brennstoffhandel Swoboda e.U. in Stockerau. Allerdings sei auch die Nachfrage deutlich gestiegen. „Die Leute, die noch einen alten Ofen haben, lagern als Reserve ein“, sagt der Händler.

Ganz schlecht schaut es hingegen bei Brennholz aus; das ist bis Jahresende ausverkauft, Swoboda muss die Kunden auf Jänner oder Februar vertrösten. Es komme schon länger einfach nicht genug Holz aus dem Ausland, das habe allerdings schon im vergangenen Jahr begonnen. Die Nachfrage bezeichnet Swoboda als „extrem hoch“. Kommt eine kleine Lieferung, wird das Holz sofort verkauft und kann nicht richtig trocknen.

Preise für Pellets haben sich verdoppelt

Ein ähnliches Bild bietet sich bei Pellets: Die Preise haben sich verdoppelt, die Nachfrage steigt ständig. „Wir warten seit zwei Monaten auf eine Lieferung“, erklärt Swoboda. Nur noch einige 15-Kilo-Säcke sind zu haben. Offenbar habe so mancher Produzent eher die Märkte in den Nachbarländern im Fokus, vermutet er.

Der Schaden in der Raffinerie Schwechat führt laut Swoboda auch zu Engpässen beim Heizöl. Die Mengen sind monatsweise kontingentiert. Im Herbst sollte das Öl aber wieder verfügbar sein.

Wenig Hoffnung auf Einkaufserfolg hat man bei Brennstoffe Gasselich in Korneuburg. Der Anrufbeantworter informiert, dass das Unternehmen für „die nächsten sechs Wochen ausgebucht“ sei. Anfragen sind aber per Mail möglich. „Wir wären bis Weihnachten ausgebucht“, sagt Chef Günther Gasselich. Seit Anfang Juli hatte er pro Tag bis zu 150 Anfragen. Eigentlich müsste das Brennmaterial lieferbar sein, da seien aber zum Teil Verträge nicht eingehalten worden.

Nun hofft Gasselich, dass Ungarn das Exportverbot von Brennholz aufhebt, „auch wenn das nicht billig ist“. Wenn eine Holzlieferung kommt, dürfen die Konsumenten nicht wählerisch sein, man müsse halt auch Fichte statt Buche nehmen. Zudem müssen Preissteigerungen um rund 80 Prozent, die vergangenen Herbst begonnen haben, in Kauf genommen werden. Beim Brennholz „bin ich positiv eingestellt, dass wir in den nächsten Monaten liefern können“, sagt Gasselich. Bei Pellets endet aber auch seine Hoffnung.

Derzeit nicht liefern kann Engelbert Haselböck aus Oberhautzental, „die Vorräte sind schon weg“. Ob Nachschub kommt, sei ungewiss.

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