Reaktion zu Hundehaltergesetz: Beratung reicht nicht. Viele Interessenten lügen schon beim Fragebogen. Tierschützerin: „Wenn es nicht passt, gibt es eben keinen Hund.“

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:17)
Birgit Prohaska schaut genau, wem sie einen Hund vomWelpennesterl anvertraut.
privat

Birgit Prohaska, die Obfrau des Tierschutzvereins Welpennesterl in Korneuburg, findet die Ideen von Waldhäusl nicht ganz sinnvoll. „Es stellt sich die Frage, ob man in fünf Stunden herausfinden kann, ob jemand für einen Hund geeignet ist“, erklärt Prohaska. Sie verlangt mehr Sorgfalt: „Wenn ich einen Hund vergebe, muss erst ein Fragebogen ausgefüllt werden, dann folgt eine Vorkontrolle vor Ort.“

Der Wunsch, einen Hund zu bekommen, treibt auch seltsame Blüten: „Es wird nirgends so viel gelogen wie beim Tierschutz“, ärgert sich Prohaska. Bei Fragebögen wurden sogar schon Fotos von fremden Wohnungen beigefügt. Problematisch ist laut Prohaska, dass es noch immer viele illegale Weitergaben gibt. Sogar auf Facebook würden Welpen inseriert. Eine effiziente Kontrolle sieht Prohaska als große Hürde aller neuen Bestimmungen, denn es werde nicht einmal geprüft, ob Hunde gechippt und registriert sind.

Grundsätzlich glaubt sie aber nicht, „dass jemandem durch ein Beratungsgespräch die Augen geöffnet werden“. Hauptgründe für die Abgabe eines Hundes sind Überforderung oder lästig gewordene Urlaubsmitbringsel, so Prohaska. Sie kritisiert, dass sich die Leute keine Gedanken machen. „Wenn ich mir bei einem Interessenten nicht sicher bin, dann bleibt der Hund bei mir. Wenn es nicht passt, gibt es keinen Hund.“

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