Schlimmste Schlammmassen der Geschichte. Nach dem schweren Unwetter in der Nacht auf Mittwoch kämpfen die Wehren mit den schlimmsten Schlammmassen, die den Bezirk Korneuburg jemals getroffen haben.

Von Markus Glück. Erstellt am 06. Mai 2015 (12:30)
NOEN, Straßenmeisterei Sierndorf
Als in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei den Feuerwehren eine Unwetterwarnung eintraf, blieben nur etwa eine halbe Stunde der Vorbereitungen: Bereits gegen zwei Uhr verwandelten starke Niederschläge harmlose Gerinne in reißende Bäche, die in der Folge rasch über die Ufer traten.

Um die Menschen zu warnen, entschied sich die Feuerwehr zu einem Sirenenalarm, der viele Bewohner aus dem Schlaf riss.

Besonders betroffen war die Gemeinde Großmugl (siehe auch Video unten), wo von den überschwemmten Äckern aus eine fast einen Meter hohe Wasser- und Schlammlawine durch den Ort zog.



Die Feuerwehr musste Menschen aus Häusern evakuieren, Gebäude wurden mit Sandsäcken geschützt Laut Auskunft des Bezirksfeuerwehrkommandos hat es Stellenweise bis zu 75 Liter pro Quadratmeter geregnet.

„Die Bilder, die sich uns zeigen, sind erschütternd. Ich habe so etwas in meiner Laufbahn noch nicht erlebt“, geht Bezirksfeuerwehr-Kommandant Wilfried Kargl von den schlimmsten Schlammmassen aus, die den Bezirk jemals getroffen haben.

Fahrzeuge gegen die Garagendecke gedrückt

In Großmugl ist vor allem der Bereich um den Hauptplatz und ein Siedlungsgebiet stark betroffen. Große Schäden gibt es auch in Herzogbirbaum (siehe Video unten), Steinabrunn und Ottendorf. In Merkersdorf sind etwa 30 Keller überflutet.



„In manchen Kellern und Garagen wurden die Fahrzeuge regelrecht aufgeschwappt, sodass diese gegen die Kellerdecke gedrückt wurden“, schildert Kargl seine Eindrücke.

Derzeit kämpfen rund 40 Feuerwehren mit rund 300 Kameraden im gesamten Bezirk gegen den Schlamm. Unterstützung erhalten sie dabei auch von der Straßenmeisterei Sierndorf, die noch in der Nacht begonnen hat, die Straßen vom Schlamm zu säubern.

„Wir konnten die meisten Straßen bereits wieder für den Verkehr freigeben“, erzählt Ulrich Rinner von der Straßenmeisterei Sierndorf. Derzeit gibt es noch Sperren in Großmugl und Herzogbirbaum.

„Viele Wege sind noch gar nicht befahrbar“

Noch kann Bezirksbauernkammerobmann Manfred Weinhappel die Schäden nach dem schweren Unwetter nicht abschätzen. „Viele Wege sind noch gar nicht befahrbar“, sagt der Kammerchef. Schäden befürchtet er aber nicht nur bei Ackerkulturen aufgrund der starken Abschwemmungen, sondern auch im Weinbau.

„Wir hatten von Stetteldorf bis nach Ernstbrunn eine durchgehende Hagelfront“, sorgt sich Weinhappel.  Anfällig sind vor allem die neuen Triebe der Weinstöcke, aber auch jene der  Obstbäume.

„Ein Bauer mit Marillenbäumen hat mir von Schäden an den Trieben und Blätter erzählt“, schildert er, „wir sind momentan dabei die Situation zu erheben und die Schäden abzuschätzen.“

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