Täglich bis 60 neue Fälle: "Stoßen an unsere Grenzen". Das Contact Tracing stoße aufgrund der rapide steigenden Coronafälle an seine Grenzen, warnt Bezirkshauptfrau Müllner-Toifl. Viele würden die Lage nicht ernst nehmen ...

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 11. November 2020 (05:14)
Quelle: corona-ampel.gv.at NÖN-Grafik: Bischof

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen steigt auch im Bezirk Korneuburg rapide an. Bis Montag gab es 420 Infizierte, bis zu 60 neue Fälle kommen derzeit täglich hinzu. Noch sei das Contact Tracing zwar machbar, sagt Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl im NÖN-Gespräch, „aber wir stoßen an unsere Grenzen“. Nur unter „Aufbringung aller Kräfte“, wie sie betont, sei die Rückverfolgung der Kontaktpersonen noch möglich.

Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl richtet einen eindringlichen Appell an die Bürger.
NÖN

Bis zu 70 Mitarbeiter sind derzeit im Einsatz, um das Contact Tracing durchzuführen. Unterstützung erfahren die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft von Soldaten des Bundesheers und Mitarbeitern nach dem Epidemiegesetz. „Wir werden aber ständig von den neuen Fällen überholt“, schildert Müllner- Toifl die prekäre Lage, denn das Virus mache natürlich auch am Wochenende keine Pause. „Wir versuchen unser Bestes, aber es ist wirklich extrem anstrengend“, gesteht sie.

Die Hauptinfektionsquellen bilden derzeit Freunde und Familie. Müllner-Toifl hofft nun, dass die Maßnahmen des zweiten Lockdowns Wirkung zeigen. Ihrer Erfahrung nach hätten aber viele noch immer nicht den Ernst der Lage erkannt, bedauert sie. „Die Leute setzen die Maßnahmen nicht so ernsthaft um wie noch im Frühjahr“, weiß sie aus Erfahrung. Im Gegenteil, in Einzelfällen bekämpfen Personen ihren Quarantänebescheid sogar beim Bezirksgericht wegen Einschränkung ihrer Freiheit. Die Contact Tracer versuchen deshalb auch, den Menschen die Problematik vor Augen zu führen und ihnen die Wichtigkeit der Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu erklären. „Aber auch das kostet natürlich Zeit“, ergänzt sie.

Ihr eindringlicher Appell deshalb: „Nehmen Sie die Maßnahmen ernst und suchen sie keine Schlupflöcher! Tun Sie alles, um die Sozialkontakte einzuschränken und gehen Sie, wenn Sie Symptome haben, nicht arbeiten!“