Vor Gericht für „Pferde bewundern“. Er sei nur ein Pferdeliebhaber, leugnete Pole, Reitsättel gestohlen zu haben. Die Richterin glaubte ihm nicht – Gefängnis!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. Juli 2019 (08:24)

Von Herbst 2018 bis Ende
Jänner 2019 schlug ein Einbrecher in acht niederösterreichischen Reitställen zu und stahl aus den Sattelkammern 100 Reitsättel im Wert von rund 180.000 Euro. An drei Tatorten (in Korneuburg, Karnabrunn und Frauenhofen) wurde von der Polizei jeweils eine DNA-Spur gesichert, die zu einem Polen (41) führte.

„Ich habe damit nix zu tun“, beteuerte der beschuldigte Kraftfahrer vor Gericht. Er sei nur ein Pferdeliebhaber und habe damals überlegt, ein Pferd zu kaufen. Deshalb habe er bei seinen beruflichen Touren in Österreich in seiner Freizeit Reitställe besucht und auch Fotos gemacht, erzählt er.

„Ein Foto von einem Reitsattel auf Ihrem Handy gleicht just jenem Foto auf einer polnischen Internetseite, wo Reitsättel und Zubehör zu einem Spottpreis angeboten werden“, wirft Richterin Xenia Krapfenbauer ein und verweist auf seine DNA-Spur an drei Tatorten.

„Kann schon sein, dass ich bei den Besuchen der Reitställe diverse Gegenstände berührt habe“, entgegnet der Pole kaltschnäuzig.

Mit der leugnenden Verantwortung ist er nur zum Teil erfolgreich: Für drei Einbrüche, wo seine DNA gefunden wurde, wird er für schuldig befunden und zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt. Nicht rechtskräftig.