Weg frei für den Nikolaus. Bezirk Korneuburg: Die Darsteller des heiligen Mannes bekommen Ausgang, um Kinder aus Distanz beschenken zu können.

Von Herwig Mohsburger und Manfred Mikysek. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:35)
Klappe für den Videodreh in Enzersfeld: Kameramann ist Pfarrer Sebastian Hacker, Wilhelm Rohskopf tritt als Nikolaus auf. Regie: Pfarrsekretärin Karin Sponer.
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Für Nikoläuse gibt es nun eine Ausnahme von den Corona-Ausgangsbeschränkungen. Allerdings darf der heilige Mann nur bis zur Haus- oder Wohnungstüre kommen, Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Die NÖN hat nachgefragt, wie in einigen Gemeinden kurzfristig Alternativen gefunden wurden, damit der Nikolaus den Kindern Gaben bringen kann.

Eine Privatinitiative startet Elfi Fischer zusammen mit ihrem Gatten in Flandorf. Üblich war, dass der Nikolaus beim Punsch der Feuerwehr aufgetreten ist. Weil das nicht möglich ist, fährt Elfi Fischer in voller Verkleidung mit dem Traktor mit. „Ich kann nicht mit dem Traktor fahren, das muss mein Mann machen“, begründet die „Nikoläusin“ den Rollentausch. Eltern können die beschrifteten Gabensackerln abgeben. Wenn es am 6. Dezember zu dämmern beginnt, wird dann kontaktlos ausgeliefert. Die Motivation für diese Aktion ist für Fischer sehr einfach: „Weil wir den Kindern eine Freude machen wollen.“

„Zwar ist ein Nikolauskostüm vorhanden, Bewerber brauchen aber eine stattliche Figur!“ Gerold Gross, SPÖ-Gemeinderat, Ernstbrunn

Wilhelm Rohskopf wurde in seiner Rolle als Nikolaus der Pfarre Enzersfeld kurzfristig auf Video gebannt. „Das ist heuer leider die einzige Möglichkeit, die Kinder zu erreichen“, nennt Rohskopf den Grund für seinen Gang vor die Kamera. Wie auch in früheren Jahren erzählt er den Kindern zuerst die Geschichte von dem heiligen Mann und verwandelt sich dann vor ihren Augen in den Nikolo. „Man muss den Kindern was bieten“, begründet der 74-Jährige seinen Einsatz.

Als Besonderheit kann die Nikolausbotschaft auch personalisiert werden, erklärt die Enzersfelder Pfarrsekretärin Karin Sponer. „Rund 60 Anmeldungen gibt es schon, und ständig werden es mehr“, verrät Sponer. Diese individuellen Botschaften spricht Pfarrer Sebastian Hacker. Er wird den Kindern auch verraten, wo der heilige Mann ein kleines Sackerl abgestellt hat.

Sehr beliebt im heurigen Coronajahr ist, dass Kinder eine Zeichnung vom Nikolaus machen. Wird diese mit Namen und Adresse versehen rechtzeitig abgegeben, gibt es eine kleine Gabe.

In Bisamberg, Ernstbrunn und Spillern haben die Kinderfreunde diese Arbeit übernommen, erklärt der Ernstbrunner SPÖ-Gemeinderat Gerold Gross. Wie dann die Gaben an die Kinder geliefert werden, steht noch nicht ganz fest. „Zwar ist ein Nikolauskostüm vorhanden, Bewerber brauchen aber eine stattliche Figur“, so Gross. Der Nikolo wird also noch gesucht. In Hagenbrunn gibt es kleine Gaben, wenn bis zum 2. Dezember das Werk der Kinder bei den Hagenbrunner Frauen einlangt. Die Zeichnungen werden am 6. Dezember anonym auf der Facebook-Seite veröffentlicht. „Wir finden, dass die Kinder nicht auf den Zauber verzichten sollten“, meinte Tina Vitera von den Hagenbrunner Frauen.

In Leobendorf werden die Nikoläuse vom Jugendraum „Mutta“ in ihre Heimatgemeinden ausschwärmen, um Sackerln dort abzustellen, wo Kinder eine Zeichnung oder ein Gedicht abgegeben haben, erklärt der Obmann der JVP, Obmann David Kirschhofer. Er betont im NÖN-Gespräch: „Die Aktion ist überparteilich, um den Kids eine Freude zu machen.“

Auch in Stockerau betreut die JVP diese Aktion. Viele Zeichnungen sind schon eingelangt, ÖVP-Gemeinderat Matthias Zagler rechnet mit rund 300 teilnehmenden Kindern. „Alle Gemeinderäte werden wohl den ganzen Nikolotag unterwegs sein, um die Sackerln auszuliefern“, schätzt Zagler. Für eine Videobotschaft an die Kinder schlüpfte ÖVP-Gemeinderat Martin Franta extra in die Rolle des Nikolaus.

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