Schittenhelm legt Amt Mitte Oktober zurück. Dorothea Schittenhelm geht als Bürgermeisterin. Ihr Nachfolger wird voraussichtlich Günter Trettenhahn heißen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 16. September 2014 (08:02)
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Die Würfel sind gefallen, Bürgermeisterin Dorothea Schittenhelm zieht sich Mitte Oktober aus der Kommunalpolitik zurück.
NOEN, Löwenstein
Über die politische Zukunft von ÖVP-Bürgermeisterin Dorothea Schittenhelm hatte es in letzter Zeit viele Gerüchte gegeben. Letzte Woche hat sie im Gespräch mit der NÖN reinen Tisch gemacht. Sie wird ihr Bürgermeisteramt mit 14. Oktober zurücklegen, die Sitzung am 23. September wird ihre letzte Gemeinderatssitzung.

Wunsch nach harmonischer Amtsübergabe

Schittenhelm stand 14,5 Jahre an der Spitze der Gemeinde, sie bleibt Nationalratsabgeordnete und Bundesleiterin der Österreichischen Frauenbewegung, aus der Kommunalpolitik wird sie sich nach insgesamt 24 Jahren komplett zurückziehen. „Ich habe seit 2010 gewusst, dass ich 2015 nicht mehr antreten werde“, sagt sie.

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NOEN, Löwenstein
Durch den überraschenden Jänner-Termin für die Gemeinderatswahlen hat sie jetzt schneller als geplant für ihren Nachfolger Platz gemacht. Der wird aller Wahrscheinlichkeit nach Günter Trettenhahn, derzeitiger Vizebürgermeister, heißen.

„Der neue Bürgermeister soll sich schon als solcher in den Wahlkampf einbringen können“, wünscht sich Schittenhelm. In der letzten Gemeinderatssitzung will sie noch einmal die Finanzen der Gemeinde darlegen, dann wünscht sie sich eine harmonische Übergabe: „Ich habe es anders erlebt, das hat mich geprägt.“

„Anrainer waren immer eingebunden, das hat mir Kraft gegeben“

Obwohl ihr schon bei Amtsantritt im Jahr 2000 klar war, dass sie nicht mehr als drei Legislaturperioden amtieren wollte, fällt ihr der Abschied dennoch nicht ganz leicht. „Ich kenne jeden einzelnen Mitarbeiter, darunter solche, denen man eine Chance gegeben hat. Wir sind ein gutes Team und hatten stets ein gutes Miteinander“, bilanziert sie.

Am Sonntag sei sie oft durch die Gemeinde spaziert und hätte Projekte begutachtet, erzählt sie. „Wir haben Schulen und Kindergärten gebaut und 13 große Straßen. Die Anrainer waren dabei immer eingebunden, das hat mir Kraft gegeben“, erinnert sich die Ortschefin. Im Gedächtnis bleiben ihr auch die langwierigen Verhandlungen über das Florian-Berndl-Bad, die ihr viel Schelte eingebracht haben.

„Zu Sachdenken braucht man Mut in der Politik“

Schittenhelm galt stets als hart in der Sache und konsequent, Eigenschaften, an denen sich politische Gegner oft die Zähne ausgebissen haben. „Das einzig Richtige ist, eine Linie zu haben und nach rechtlichen Vorgaben zu helfen, wo man unterstützen kann, aber nicht beliebig“, wie sie betont, „zu Sachdenken braucht man Mut in der Politik und das geht nur, wenn man davon überzeugt ist.“

Mit den Oppositionsparteien hat sie so manchen Strauß ausgefochten, vor allem wenn - ihrer Meinung nach - Populismus im Spiel war. „Wenn es nur um eine Schlagzeile ging, dann habe ich das immer zutiefst verabscheut“, bestätigt sie. Stolz ist sie, dass sie ein positives Budget übergeben kann. „Ich habe immer jede Rechnung selbst überprüft“, sagt sie.

Privat freut sie sich auf mehr Zeit mit der Familie, „und dass ich den Tag nicht mehr so minutiös planen muss. Dass das so funktioniert hat, ist der Verdienst von Ute Stöckl“, streut sie ihrer Amtsleiterin Rosen. Auch in der Frauenpolitik will sich Schittenhelm in Zukunft vermehrt einbringen.