Gefällte Linden sollen bald nachgepflanzt werden. Noch im Herbst sollen die vier gefällten Linden durch Nachpflanzungen ersetzt werden.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 04. Oktober 2019 (05:33)
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Nach wie vor kritisiert die SPÖ die Baumfällungen. Jetzt erhielt sie Schützenhilfe von den Parteikollegen aus Langenzersdorf. VP-Bürgermeister Trettenhahn verweist hingegen auf die Notwendigkeit der Fällungen.

Vier Linden mussten in der Kirchengasse in Bisamberg gefällt werden. Das sorgte bei Bürgern, aber auch bei der SPÖ für Unverständnis. Erst eine Stellungnahme seitens der Marktgemeinde gab Aufschluss über diese rigorose Maßnahme.

Ortschef verteidigte die Entscheidung

Bis zuletzt hatte man gehofft, die allesamt über 100-jährigen Bäume noch retten zu können. Sogar ein Grünraumexperte wurde zurate gezogen, der nach einer gründlichen Untersuchung noch auf eine geringe Chance hinwies, die Riesen retten zu können. Letztlich zeigte sich aber, dass alle Versuche nichts fruchteten und sich der Zustand immer weiter verschlechterte. Schließlich war die Gefahr für die Bürger, von he rabfallenden Ästen und Baumteilen verletzt zu werden, ausschlaggebend dafür, dass sich die Gemeinde für eine Schlägerung entschied.

Indes mischte sich jetzt auch der stellvertretende SPÖ-Obmann von Langenzersdorf, Christoph Baumgärtel, in die Causa ein. Er glaubt nicht an den Zufall, dass alle vier Bäume angeblich gleichzeitig so krank gewesen wären, dass man sie alle auf einmal hätte umschneiden müssen. Vielmehr glaubt er an einen Kniefall der Gemeinde vor den Eigentümern und Mietern der angrenzenden Wohnungen, die die Fällung der Bäume forderten, um einen besseren Ausblick zu haben.

ÖVP-Bürgermeister Günter Trettenhahn, selbst ein Naturliebhaber, verteidigte die Entscheidung und glaubt auch, die Gründe für die Baum-Krankheit zu kennen: „In den letzten Jahren zeigte sich bei den hundertjährigen Linden eine Verschlechterung des Zustands, bedingt durch die evidente Klimaerwärmung und lange Trockenperioden.“

„Maßnahmen nicht leichtfertig getroffen“

Jedenfalls sollen noch im Herbst Nachpflanzungen erfolgen, denn, wie Trettenhahn gegenüber der NÖN versicherte, wäre Bisamberg eine Umwelt-Vorzeigegemeinde, die nicht leichtfertig zu solchen Maßnahmen greife. Und er erinnerte auch: „Wir haben im heurigen Frühjahr insgesamt mehr als 40 Baumpflanzungen im Ortsgebiet vorgenommen. Unser Anliegen ist es, mehr Bäume auszusetzen, als wir verlieren.“