Waldfriedhof: Umweltschützer bitten Papst um Hilfe

Erstellt am 18. Mai 2022 | 05:05
Lesezeit: 2 Min
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Die Umweltschutzinitiative LELOG hat sich in einem Brief an Papst Franziskus gewandt.
Foto: Shutterstock/M. Cantile
Umweltschutzinitiative LELOG ortet bei dem Projekt um den geplanten Waldfriedhof am Bisamberg „Ungereimtheiten“ und wandte sich an Papst Franziskus.
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Im Streit zwischen Anrainern und dem Stift Klosterneuburg bezüglich des geplanten Waldfriedhofs am Bisamberg in einem Natura-2000-Gebiet mischt jetzt auch die Umweltschutzinitiative LELOG mit. Während das Stift Klosterneuburg betont, dass es sich lediglich um „minimale Eingriffe“ in den Wald handle und der Urnenfriedhof den Bewirtschaftungsrichtlinien eines Natura-2000-Gebiets entspreche, fürchtet die Initiative um das sensible Ökosystem und fordert eine Naturverträglichkeitsprüfung.

In einem Schreiben hat sich LELOG nun sogar hilfesuchend an Papst Franziskus gewandt. „Der fünfseitige Brief soll den Papst über die Ungereimtheiten dieses Projekts informieren“, begründet LELOG-Obfrau Brigitte Etzelsdorfer aus Bisamberg den Schritt.

Sie fürchtet, dass der Klosterwald durch den Urnenfriedhof Schaden nehmen könnte, denn: „Die Auswirkungen von Beisetzungen mit Trauerzügen, Zeremonien, Musik und Gesang auf diese biologische Vielfalt sind nicht abschätzbar.“ Besucher würden kreuz und quer durch den Wald zu den Urnen-Bäumen laufen, so die Befürchtung der Umweltschützer, „so wird dieses sensible Ökosystem negativ beeinträchtigt, die einzigartige Pflanzenwelt wird zertrampelt und vernichtet“, fürchtet Etzelsdorfer eine „Zerstörung in einem nicht mehr gutzumachendem Ausmaß“.

Das Stift Klosterneuburg geht von 25 bis 50 Beisetzungen pro Jahr aus. In den nächsten 20 bis 30 Jahren ist die Ausweitung des Urnenfriedhofs auf zwei bis fünf Hektar geplant (die NÖN berichtete). Von 16.000 Quadratmetern, die die Anrainer und die Umweltschutzinitiative ins Treffen führen, könne folglich keine Rede sein.

Dennoch pocht die LELOG auf eine Prüfung der Naturverträglichkeit: „Ich bin wütend und entsetzt, wie man Europaschutzgebiete missachten und gefährden kann“, ärgert sich die Obfrau.

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