Post-Verteilerzentrum: „Nicht auf Kosten der Gemeinden“. Laut Gerüchten will die Post ein Verteilerzentrum am Kraftwerksgelände errichten. Gemeinden fordern Verkehrskonzept.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 11. November 2016 (05:00)
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Unzählige Autos rauschen Tag für Tag durch den Knoten Korneuburg-Ost. Bisamberg und Korneuburg wollen beim Bau eines Post-Verteilerzentrums in Sachen Verkehr nicht die Leidtragenden sein.
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In der Nähe der Autobahnabfahrt Korneuburg-Ost soll ein großes Post-Verteilerzentrum errichtet werden – das besagen zumindest Gerüchte. Die Rede ist von bis zu 300 Arbeitsplätzen, die damit entstehen. Die Kehrseite der Medaille: Das würde gleichzeitig auch ein erhebliches Mehr an Verkehr bedeuten. Dagegen stemmt sich jetzt die Marktgemeinde Bisamberg.

Das Verteilerzentrum soll auf Langenzersdorfer Gebiet errichtet werden. Postsprecher Michael Homola will diese Annahme auf NÖN-Nachfrage nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren.

„Man hat uns ein Verkehrskonzept für Ende Oktober versprochen, das bis heute aber noch nicht geliefert wurde.“

Günter Trettenhahn

Auch der Langenzersdorfer VP-Bürgermeister Andreas Arbesser gibt sich zugeknöpft: „Das Projekt ist derzeit noch im Gedeihen, Fakten liegen noch nicht vor“, vertröstet er. Klar ist jedoch: Sollte das Verteilerzen-trum tatsächlich kommen, würde die Gemeinde von den Kommunalsteuern profitieren.

"Haben Gespräch gesucht"

Bisambergs VP-Bürgermeister Günter Trettenhahn spricht hingegen Tacheles: Die Post sei bezüglich des Kraftwerksgeländes, das dem Verbund gehört, mit Langenzersdorf im Gespräch. Seine Sorgen: Die Kreuzung bei der Autobahnauffahrt ist ohnehin schon verkehrsreich, was sich durch ein Verteilerzentrum noch erheblich intensivieren würde. Darunter würden vor allem die Bisamberger leiden. „Wir haben aktiv das Gespräch mit der Post gesucht. Man hat uns ein Verkehrskonzept für Ende Oktober versprochen, das aber noch nicht geliefert wurde“, ist er verärgert.

Es wäre ihm deshalb nicht möglich, zum jetzigen Zeitpunkt eine schlüssige Beurteilung vornehmen zu können. Jedenfalls kann es für Trettenhahn nicht angehen, dass eine Gemeinde die Kommunalsteuer kassiert und die anderen Gemeinden, also auch Korneuburg, leiden müssen.

"Wichtige Informationen fehlen"

Der Ortschef: „Natürlich bringt jede Betriebsansiedlung auch Arbeitsplätze, das ist zu begrüßen. Uns fehlen aber noch die wichtigsten Informationen wie das Verkehrskonzept und Details zum Thema Lärmschutz. Diese Punkte haben wir seitens der Gemeinden Bisamberg und Korneuburg dem Land bereits mitgeteilt. Ich habe volles Vertrauen, dass dort alle Aspekte, die die Gemeinden und somit deren Bürger betreffen, ernst genommen werden.“ Korneuburgs VP-Stadtchef Christian Gepp wollte keine Stellung zu den Gerüchten beziehen.